Max Friedrich

Max Friedrich, 1909 in Lüttgesfelde geboren, wuchs in einer Familie auf, die von den Nationalsozialisten als „Zigeuner“ diskriminiert wurde. Friedrichs Eltern waren Schausteller und fuhren über Land. Der Sinto Friedrich wurde im Mai 1940 zur deutschen Wehrmacht eingezogen, aus sogenannten rassischen Gründen aber Ende 1940 entlassen. Friedrich wurde dienstverpflichtet und musste bis zu seiner DeportationDeportation
Ab Oktober 1941 deportierten Stellen der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) Juden aus dem Deutschen Reich „nach dem Osten“. Seit Frühjahr 1942 erfolgten Deportationen aus den von der Wehrmacht besetzten Ländern und aus Staaten, die mit den Nationalsozialisten zusammen arbeiteten (Slowakei, Italien, Kroatien, Ungarn). In der Sprache der Täter hießen die Deportationen in den Tod „Evakuierung“ oder „Aussiedlung“ von Juden „nach dem Osten“.
nach Auschwitz im März 1943 für das Deutsche Reich arbeiten. In Auschwitz kam er wie weitere 20.000 „Zigeuner“ in ein spezielles Familienlager, das „ZigeunerlagerZigeunerlager
Sinti und Roma wurden von den Nationalsozialisten als „Zigeuner“ verfolgt. Auf Befehl von Heinrich Himmler, Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei, vom Dezember 1942 wurden ab März 1943 alle im deutschen Herrschaftsgebiet lebenden „Zigeuner“ in Konzentrationslager verschleppt. Nach Auschwitz wurden mehr als 20.000 „Zigeuner“ deportiert und in einem Familienlager, „Zigeunerlager“ (BIIe) genannt, untergebracht. Im August 1944, Tausende Sinti und Roma waren bereits im Lager umgekommen, löste die → SS das „Zigeunerlager“ auf. Einige tausend Sinti und Roma wurden zur Zwangsarbeit in Lagern im Innern des Deutschen Reiches verschleppt, rund 3.000 „Zigeuner“ wurden am 2. August 1944 in den Gaskammern ermordet.
“ BIIe in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
, und wurde als Häftling Nummer Z-2894 registriert. Friedrich musste im Kommando Kanalbau schwerste Arbeit leisten. Nach der Auflösung des sogenannten Zigeunerlagers Anfang August 1944 kam Friedrich in die KonzentrationslagerKonzentrationslager
Die → SS richtete unmittelbar nach der sogenannten Machtergreifung (Ende Januar 1933) Konzentrationslager für Menschen ein, die das Regime als politische Gegner betrachtete und deshalb verfolgte.
Die Hauptkonzentrationslager waren: Dachau (1933–1945), Sachsenhausen (1936–1945), Buchenwald (1937–1945), Flossenbürg (1938–1945), Mauthausen (1938–1945), Neuengamme (1940–1945), Ravensbrück (1939–1945).
In den besetzten Gebieten: Stutthof (bei Danzig) (1939–1945), Auschwitz (1940–1945), Groß-Rosen (bei Breslau) (1940–1945), Natzweiler-Struthof (Elsass) (1940–1945), Plaszow (bei Krakau) (1941–1945), Majdanek (bei Lublin (1941–1944).

Ravensbrück (nördlich von Berlin) und Sachsenhausen (bei Berlin). Kurz vor Kriegsende zog die Wehrmacht Friedrich abermals ein und schickte ihn an die Front. Das Kriegsende erlebte er in einem Lazarett in Berlin.
Zur Zeit seiner Vernehmung im Dezember 1964 war der Zeuge Max Friedrich 55 Jahre alt und lebte als Schausteller in der Bundesrepublik Deutschland.

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Hörbeispiel:
Wir sind weggekommen nach Ravensbrück, also zwecks der Entlassung zur Sterilisierung, nicht wahr, und sind in Ravensbrück sterilisiert worden. Meine Geschwister und die Anverwandten sind in Auschwitz geblieben. Dann haben sie uns erzählt, wir sollen uns melden freiwillig bei der Wehrmacht wieder. Da werden die Überlebenden entlassen und, soweit sie ihre Heimat haben, in die Heimat gebracht. Und da sind wir zur Wehrmacht gekommen, 45 noch mal, und die andern haben sie vergast.
(121. Verhandlungstag, 11.12.1964)

Erläuterung:
Im August 1944 wurde das sogenannte ZigeunerlagerZigeunerlager
Sinti und Roma wurden von den Nationalsozialisten als „Zigeuner“ verfolgt. Auf Befehl von Heinrich Himmler, Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei, vom Dezember 1942 wurden ab März 1943 alle im deutschen Herrschaftsgebiet lebenden „Zigeuner“ in Konzentrationslager verschleppt. Nach Auschwitz wurden mehr als 20.000 „Zigeuner“ deportiert und in einem Familienlager, „Zigeunerlager“ (BIIe) genannt, untergebracht. Im August 1944, Tausende Sinti und Roma waren bereits im Lager umgekommen, löste die → SS das „Zigeunerlager“ auf. Einige tausend Sinti und Roma wurden zur Zwangsarbeit in Lagern im Innern des Deutschen Reiches verschleppt, rund 3.000 „Zigeuner“ wurden am 2. August 1944 in den Gaskammern ermordet.
in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
(BIIe) aufgelöst. Ein Teil der Lagerinsassen verbrachte die SS in KonzentrationslagerKonzentrationslager
Die → SS richtete unmittelbar nach der sogenannten Machtergreifung (Ende Januar 1933) Konzentrationslager für Menschen ein, die das Regime als politische Gegner betrachtete und deshalb verfolgte.
Die Hauptkonzentrationslager waren: Dachau (1933–1945), Sachsenhausen (1936–1945), Buchenwald (1937–1945), Flossenbürg (1938–1945), Mauthausen (1938–1945), Neuengamme (1940–1945), Ravensbrück (1939–1945).
In den besetzten Gebieten: Stutthof (bei Danzig) (1939–1945), Auschwitz (1940–1945), Groß-Rosen (bei Breslau) (1940–1945), Natzweiler-Struthof (Elsass) (1940–1945), Plaszow (bei Krakau) (1941–1945), Majdanek (bei Lublin (1941–1944).

im Innern des Deutschen Reichs, nahezu 3.000 Sinti und Roma wurden in den GaskammernGaskammern
Die Räume, in denen in Auschwitz Menschen mit dem Giftgas → Zyklon B ermordet worden sind, die Gaskammern, wurden von der → SS in den Bauplänen meist „Leichenkeller“ genannt. Gaskammern gab es im Lagerkomplex Auschwitz an insgesamt sieben Stellen: Im → Krematorium I, in den umgebauten Bauernhäusern in Birkenau (→ Bunker Nr. 1 und → Bunker Nr. 2) und in den → Krematorien II bis V. Die Gaskammern hatten gasdichte Türen mit einem Guckloch, Vorrichtungen zum Einschütten von → Zyklon B (Einwurfluken) und teilweise auch Ventilationssysteme, um die Luft absaugen zu können.
ermordet. Männer und Frauen, die von der Vernichtung in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
ausgenommen wurden, waren gezwungen, sich sterilisieren zu lassen. Die Zwangssterilisationen wurden in den Konzentrationslagern durch SS-Ärzte vorgenommen. Absicht der Nationalsozialisten war es, die Fortpflanzung der als „minderwertig“ betrachteten „Zigeuner“ zu verhindern.