Erna Krafft

Erna Krafft (geb. Kempermann), 1906 in Dortmund geboren, wurde Mitte 1940 von der GestapoGestapo
→ <Geheime Staatspolizei>
verhaftet. Krafft hatte auf dem Dortmunder Arbeitsamt den befohlenen Einsatz in einem Rüstungsbetrieb abgelehnt. Nach dreimonatiger Polizeihaft wurde sie ins FrauenkonzentrationslagerFrauenkonzentrationslager
Von März bis August 1942 gab es in den Blöcken 1 bis 10 des → Stammlagers ein Frauenkonzentrationslager, das bis Sommer 1942 dem Konzentrationslager Ravensbrück (nördlich von Berlin) unterstellt war. Im August 1942 wurden die weiblichen Häftlinge in den Lagerabschnitt BIa in Birkenau verlegt. BIa und ab Juli 1943 auch BIb bildeten das Frauenkonzentrationslager in Birkenau. Weibliche Häftlinge gab es auch in den Lagerabschnitten BIIb (→ Theresienstädter Familienlager) und BIIe (→ Zigeunerlager) sowie seit Sommer 1944 auch in BIIc (Durchgangslager für Jüdinnen aus Ungarn) und in BIII (→ „Mexiko“). Im Herbst 1944 wurden in Blöcken, die in der Nähe des Stammlagers (die sogenannte Lagererweiterung) erbaut worden waren, Häftlingsfrauen untergebracht.
Ravensbrück (nördlich von Berlin) als sogenannte Asoziale verbracht und erhielt zur Kennzeichnung den Schwarzen WinkelWinkel
Die → SS kennzeichnete die Häftlinge mit sogenannten Winkeln, ordnete sie bestimmten Häftlingskategorien zu. Die Häftlinge trugen den Winkel samt ihrer Nummer auf ihrem gestreiften Häftlingsanzug.
Nach folgenden „Kategorien“ wurden die Häftlinge in den Konzentrationslagern gekennzeichnet:
Politische Häftlinge – roter Winkel
„Bibelforscher“, Zeugen Jehovas – violetter Winkel
„Asoziale“ –schwarzer Winkel
„Berufsverbrecher“ – grüner Winkel
„Homosexuelle“ – rosa Winkel
Waren die Häftlinge Juden, wurde ein gelber Winkel über einem Winkel angebracht.

. Ende März 1942 wurde in den Blöcken 1 bis 10 des StammlagersStammlagers
→ Auschwitz I
(Auschwitz IAuschwitz I
Im November 1943 wurde der Lagerkomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das → Stammlager, das seit Mai 1940 existierende, erhielt die Bezeichnung Auschwitz I.
) ein FrauenkonzentrationslagerFrauenkonzentrationslager
Von März bis August 1942 gab es in den Blöcken 1 bis 10 des → Stammlagers ein Frauenkonzentrationslager, das bis Sommer 1942 dem Konzentrationslager Ravensbrück (nördlich von Berlin) unterstellt war. Im August 1942 wurden die weiblichen Häftlinge in den Lagerabschnitt BIa in Birkenau verlegt. BIa und ab Juli 1943 auch BIb bildeten das Frauenkonzentrationslager in Birkenau. Weibliche Häftlinge gab es auch in den Lagerabschnitten BIIb (→ Theresienstädter Familienlager) und BIIe (→ Zigeunerlager) sowie seit Sommer 1944 auch in BIIc (Durchgangslager für Jüdinnen aus Ungarn) und in BIII (→ „Mexiko“). Im Herbst 1944 wurden in Blöcken, die in der Nähe des Stammlagers (die sogenannte Lagererweiterung) erbaut worden waren, Häftlingsfrauen untergebracht.
eingerichtet, das bis Mitte 1942 dem KZKZ
→ Konzentrationslager
Ravensbrück unterstellt war. Die ersten Häftlingsfrauen waren 999 Häftlinge aus Ravensbrück, zu denen auch Erna Krafft gehörte. Sie erhielt in Auschwitz die Nummer 279 und war als Schreiberin in der AufnahmeAufnahme
Die gesamte Prozedur der Einweisung und Registrierung eines Häftlings in das Lager wurde „Aufnahme“ genannt. In der → Politischen Abteilung gab es ein Referat Aufnahme, in dem die Häftlingsakten geführt wurden.
der Politischen Abteilung, ab August 1942 in der Häftlingsschreibstube im FrauenkonzentrationslagerFrauenkonzentrationslager
Von März bis August 1942 gab es in den Blöcken 1 bis 10 des → Stammlagers ein Frauenkonzentrationslager, das bis Sommer 1942 dem Konzentrationslager Ravensbrück (nördlich von Berlin) unterstellt war. Im August 1942 wurden die weiblichen Häftlinge in den Lagerabschnitt BIa in Birkenau verlegt. BIa und ab Juli 1943 auch BIb bildeten das Frauenkonzentrationslager in Birkenau. Weibliche Häftlinge gab es auch in den Lagerabschnitten BIIb (→ Theresienstädter Familienlager) und BIIe (→ Zigeunerlager) sowie seit Sommer 1944 auch in BIIc (Durchgangslager für Jüdinnen aus Ungarn) und in BIII (→ „Mexiko“). Im Herbst 1944 wurden in Blöcken, die in der Nähe des Stammlagers (die sogenannte Lagererweiterung) erbaut worden waren, Häftlingsfrauen untergebracht.
in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
(BIa) tätig. Krafft hatte das sogenannte Hauptbuch der Frauen zu führen. Ende 1943 wurde Krafft aus dem Lager formal entlassen, musste aber in dem von der SS gegründeten „Amtsbezirk“ Auschwitz, dem der Lagerkommandant als ein Amtskommissar vorstand, arbeiten.
Zur Zeit ihrer Vernehmung im November 1964 war die Zeugin Erna Krafft 58 Jahre alt und lebte als Rentnerin in Aurich/Ostfriesland.

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Hörbeispiel:
Ich hatte nun die Häftlingsschreibstube, und bei mir arbeiteten Jüdinnen. Und es wurden doch jeden Tag SelektionenSelektionen
Die Auswahl oder Aussonderung von Häftlingen und von nach Auschwitz verschleppten Juden auf der → Rampe wurde „Selektion“ genannt. Selektion innerhalb des Lagers konnte für die Häftlinge zweierlei bedeuten: Verbleib im Lager bzw. Überstellung in ein anderes Lager oder Ermordung: Tod in der Gaskammer, Tötung mit Injektionen, Erschießung. Für nach Auschwitz verschleppte Juden hieß Selektion auf der Ankunftsrampe: Verbringung ins Lager zur Sklavenarbeit oder sofortige Ermordung in den Gaskammern.
gemacht, und die Ankommenden wurden auch wieder bei uns registriert. Und ich habe dann sehr viel mehr Häftlingskarteikarten verschwinden lassen. Und so entstand ein ziemliches Durcheinander, weil damals ja noch nicht tätowiert wurde. Und so gab es lebende Tote und tote Lebende im Lager. Das führte dazu, dass der Zählappell nie stimmte. Und zwar weder der Morgen- noch der Abendappell. Und dann kam man dann darauf, dass ich diesen Wirrwarr hervorgerufen haben musste, um irgendwelchen jüdischen Häftlingen zu helfen.
(107. Verhandlungstag, 2.11.1964)

Erläuterung:
In Auschwitz wurden von den „ZugängeZugänge
Neu ins Lager verbrachte Häftlinge wurden in der Sprache der → SS und des Lagers „Zugang“ bzw. „Zugänge“ genannt. Erfasst wurden die nach Auschwitz verschleppten Häftlinge in sogenannten Zugangslisten.
“ genannten, neu eingelieferten Häftlingen die Personalien zunächst in Karteikarten notiert. Die Angaben auf den Karteikarten wurden sodann in der Schreibstube der „AufnahmeAufnahme
Die gesamte Prozedur der Einweisung und Registrierung eines Häftlings in das Lager wurde „Aufnahme“ genannt. In der → Politischen Abteilung gab es ein Referat Aufnahme, in dem die Häftlingsakten geführt wurden.
“ (ein Teil der Politischen Abteilung) ins Hauptbuch der Männer bzw. der Frauen eingetragen. Verstarb ein Häftling, wurde sein Tod im Hauptbuch vermerkt. Geführt wurde eine sogenannte Kartei der Lebenden und eine Kartei der Toten („Lebenden- und Totenregistratur“).