Zeugen

Insgesamt wurden 360 Zeugen im Auschwitz-Prozess vernommen. Darunter waren 211 Auschwitz-Überlebende, 54 vormalige SS-Angehörige von Auschwitz, 37 andere SS-Zeugen sowie 58 sonstige Zeugen wie zum Beispiel Angehörige der Angeklagten, Angestellte der IG-FarbenindustrieIG-Farbenindustrie
Das Unternehmen „Interessengemeinschaft Farbenindustrie AG“ erbaute seit April 1941 östlich der Stadt Auschwitz gelegen ein Werk für die Produktion von Kunstkautschuk (→ Buna) und von synthetischem Treibstoff. Der Konzern und die von ihm beauftragten Firmen beschäftigten Tausende von Zivil- und Ostarbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen. Seit Ende Oktober 1942 gab es unmittelbar neben dem Werksgelände ein firmeneigenes Konzentrationslager, das von der → SS verwaltet wurde. Im Lager Buna/Monowitz waren Ende 1944 über 10.000 Häftlinge untergebracht, die für die IG Farben Zwangsarbeit leisten mussten.
und der Firma Siemens. Vor allem für die Auschwitz-Überlebenden bedeutete es eine große Überwindung, vor Gericht noch einmal ihren damaligen Peinigern gegenüber zu treten und über die schlimmste Zeit ihres Lebens zu berichten.


Aussagen auf Tonband mitgeschnitten

Historischen Wert haben die Tonbandaufzeichnungen der Verhandlung, die zur Stützung des Gedächtnisses des Gerichts gemacht wurden. Es ist wohl Überlebenden von Auschwitz wie Hermann Langbein zu verdanken, dass die Aufnahmen erhalten geblieben sind und nicht gelöscht wurden. »Niemand wird noch einmal die Möglichkeit haben, so viele Überlebende von Auschwitz unter Eid über ihre Erlebnisse berichten zu lassen. « (Hermann Langbein). Die 103 Tonbänder enthalten neben den Vernehmungen von 319 Zeugen die Schlussworte der 20 Angeklagten, das Plädoyer von Staatsanwalt Joachim Kügler, die Schlussvorträge von 10 Verteidigern sowie die elfstündige mündliche Urteilsbegründung des Vorsitzenden Richters Hans Hofmeyer. 

Die 50 ausgewählten Auschwitz-Überlebenden von der Ton-Bild-Installation können Sie hier mit ausführlichen Informationen aufrufen.


Die 50 ausgewählten Auschwitz-Überlebenden von der Ton-Bild-Installation können Sie hier mit ausführlichen Informationen aufrufen.
























Skizze des Tontechnikers Heinz Fickert, der für die Aufzeichnung des Auschwitz-Prozesses auf Tonband verantwortlich war. (Privatbesitz Heinz Fickert, Frankfurt am Main)