Franz Hofmann

(5. April 1906, Hof an der Saale – 14. August 1973, Straubing)
In Hof an der Saale wuchs Hofmann – Sohn eines Metzgers und einer Hausfrau – auf, mit neun Jahren waren er und seine fünf Geschwister Halbwaisen; die Mutter, Hofmann ging im dritten Jahr in die Volksschule, verstarb 1915. Nach der Schule lernte er Tapezierer und machte 1923 seine Gesellenprüfung. Ohne Anstellung im erlernten Beruf verdingte er sich bei seinem Onkel, einem Kolonialwarenhändler. Bis 1931 konnte sich Hofmann in verschiedenen Arbeitsverhältnissen über Wasser halten, wurde dann aber arbeitslos und kehrte 1932 in seine Heimatstadt zurück. Bei den aufstrebenden Nationalsozialisten sah er eine Chance für sich. Hofmann trat der NSDAP und der Allgemeinen SS bei, wurde Mitte 1933 Hilfspolizist und im Herbst desselben Jahres Angehöriger der Wachtruppe des Konzentrationslagers Dachau. In Dachau machte Hofmann Karriere. Als er Ende 1942 nach Auschwitz versetzt wurde, hatte er es zum stellvertretenden Schutzhaftlagerführer gebracht. In Auschwitz war er bis zu seinem Wechsel in das im Elsass gelegene KonzentrationslagerKonzentrationslager
Die → SS richtete unmittelbar nach der sogenannten Machtergreifung (Ende Januar 1933) Konzentrationslager für Menschen ein, die das Regime als politische Gegner betrachtete und deshalb verfolgte.
Die Hauptkonzentrationslager waren: Dachau (1933–1945), Sachsenhausen (1936–1945), Buchenwald (1937–1945), Flossenbürg (1938–1945), Mauthausen (1938–1945), Neuengamme (1940–1945), Ravensbrück (1939–1945).
In den besetzten Gebieten: Stutthof (bei Danzig) (1939–1945), Auschwitz (1940–1945), Groß-Rosen (bei Breslau) (1940–1945), Natzweiler-Struthof (Elsass) (1940–1945), Plaszow (bei Krakau) (1941–1945), Majdanek (bei Lublin (1941–1944).

Natzweiler Mitte 1944 Schutzhaftlagerführer, zuletzt im Rang eines SS-Hauptsturmführers. Diese Funktion übte er auch in Natzweiler und seinen Nebenlagern bis zu deren Auflösung aus. Die Entnazifizierung überstand Hofmann ohne Probleme, seine SS-Zugehörigkeit und seinen KZ-DienstKZ-Dienst
→ Konzentrationslager
konnte er den Behörden verheimlichen. Als Land- und Hilfsarbeiter und zuletzt als Heizer schlug er sich mühsam durch.
In Frankfurt am Main wurde Hofmann aus der Strafhaft vor seine Richter geführt. Ende 1961 hatte ihn ein Münchner Schwurgericht wegen im KZKZ
→ Konzentrationslager
Dachau begangener Morde zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. In dem Ermittlungsverfahren gegen Auschwitz-Täter war er seit April 1959 in Untersuchungshaft genommen worden. Sei diesem Tage erlebte er die Freiheit nicht mehr. Hofmann verstarb 1973 in der Straubinger Strafanstalt in seinem sechsundsechzigsten Lebensjahr.