Willy Frank

(9. Februar 1903, Regensburg – 9. Juni 1989, München)
Der Sohn eines Oberregierungsrats besuchte in seiner Geburtsstadt die Volksschule und das Gymnasium, verzog 1916 mit der Familie nach München und machte dort 1923 das Abitur. Ein achtsemestriges Studium an der Technischen Hochschule in München und Arbeit als Diplom-Ingenieur bei den Firmen Maffei (München) und Siemens-Schuckert (Nürnberg) bis 1931 erfüllten nicht Franks Lebenswünsche. Er orientierte sich neu, studierte von 1931 bis 1933 in München Zahnmedizin und war ein Jahr lang im bayrischen Neu-Ulm als Assistent tätig, promovierte 1935 in München und eröffnete sodann in Stuttgart-Bad Cannstatt eine Zahnarztpraxis. Frank war bereits in jungen Jahren politisch engagiert. Als siebzehnjähriger Pennäler meldete er sich beim Freikorps Epp und nahm an Kämpfen im Ruhrgebiet teil. 1922 war er als Gründungsmitglied der Ortsgruppe Regensburg der NSDAP beigetreten, hatte in Saalschlachten seinen Mann gestanden und war am 9. November 1923 beim Marsch zur Feldherrnhalle in München dabei. 1933 ließ sich Frank erneut als Parteimitglied einschreiben, trat dem NSKK bei und wurde 1935 Mitglied der Allgemeinen SS. Neben seiner Tätigkeit in seiner Privatpraxis leistete er bei der SS einen freiwilligen zahnärztlichen Dienst. Seine Verdienste Anfang der 20er Jahre in München wurden Frank dadurch vergolten, dass ihm das ehrenhafte Tragen des Winkels der alter Kämpfer genehmigt wurde. Zur Waffen-SS meldete sich Frank 1940. Eine Ausbildung bei der SS-Division »Germania« und ein Kampfeinsatz mit der SS-Division »Wiking« an der Ostfront schlossen sich an. Nach Stationen in Dachau, Minsk und Wewelsburg wurde Frank im März 1943 nach Auschwitz kommandiert und leitete dort bis August 1944, anschließend in Dachau, die SS-Zahnstation. In den letzten Monaten des Krieges fand Frank Verwendung in Ungarn. Aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft wurde er im Januar 1947 entlassen, eine Spruchkammer in München stufte den vormaligen SS-Hauptsturmführer und alten Kämpfer als Mitläufer ein. Frank führte die Zahnarztpraxis in Bad Cannstatt fort und praktizierte bis zu seiner Verhaftung am 5. Oktober 1964. Aufgrund seiner Teilnahme an Rampenselektionen wurde Frank wegen gemeinschaftlicher Beihilfe zum gemeinschaftlichen Mord zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. 1970 kam er aus der Strafhaft frei. Frank gab seine ärztliche Zulassung zurück und war als Vertreter für einen zahnmedizinischen Pharmahersteller tätig.