Bruno Schlage

11. Februar 1903, Trutenau/PL – 9. Februar 1977, Minden/D
Persönlicher Werdegang:
Sohn eines Arbeiters; nach der Volksschule zunächst bei der Reichsbahn tätig; Ausbildung zum Maurergesellen; anschließend als Maurerpolier bei einer Königsberger Firma tätig; von Mai 1945 bis zum 8. August 1949 in polnischer Kriegsgefangenschaft; seit Oktober 1961 bis zu seiner Verhaftung am 13. April 1964 als Hausmeister tätig.


Funktionen während des NS-Regimes:
im Frühjahr 1940 zunächst bei einer Polizeiverfügungstruppe, später bei einer SS-Standarte; im KZKZ
→ Konzentrationslager
Auschwitz eingesetzt in der SS-Wachmannschaft, 3. Wachkompanie; Abteilung Schutzhaftlagerführung (Abt. III), in Block 11Block 11
Im → Stammlager (→ Auschwitz I) wurde im Kellergeschoss von → Block 11 ein Lagergefängnis mit insgesamt 27 Zellen und vier sogenannten Stehzellen eingerichtet. Die Stehzellen hatten eine Fläche von 90 auf 90 cm. Durch eine kleine Tür am Fußboden mussten die Gefangenen in die Zellen kriechen. Im → „Stehbunker“ hat die → SS Häftlinge verhungern lassen.
als Arrestaufseher, als Kommandoführer eines ArbeitskommandosArbeitskommandos
Eine Häftlingsgruppe, die von der → SS zu einer bestimmten Tätigkeit eingesetzt wurde, nannte man „Arbeitskommando“. Seitens der SS war ein „Kommandoführer“ für den Arbeitseinsatz der Häftlinge verantwortlich. Von der SS eingesetzte → Kapos, bei großen Arbeitskommandos Oberkapos, hatten Aufsichtsfunktionen auszuüben. Nicht wenige Kapos erwiesen sich als willige Handlanger der SS und drangsalierten die Häftlinge.
in der Zementfabrik Golleschau; Angehöriger der SS-Mannschaft von Ende 1940 bis zur EvakuierungEvakuierung
Mit der Bezeichnung „Evakuierung“ wird die Auflösung der Lager benannt. Die Lagerinsassen mussten in von der → SS streng bewachten Kolonnen aus den Lagern marchschieren. Der Elendszug der Häftlinge wird → „Todesmärsche“ genannt, weil Tausende auf dem Weg in ein anderes Lager oder zu Verladestationen (Bahnhöfen) umkamen.
; letzter Dienstgrad: SS-Unterscharführer.

Zur Zeit der Verhandlung:
60 Jahre, verheiratet, ein Kind.
Untersuchungshaft seit April 1964.
Bruno Schlage wurde wegen gemeinschaftlicher Beihilfe zum gemeinschaftlichen Mord zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Strafaufschub 1969.

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Zur Zeit der Verhandlung:
56 Jahre, verheiratet, ein Kind.
Untersuchungshaft seit August 1961.
Herbert Scherpe wurde wegen gemeinschaftlicher Beihilfe zum gemeinschaftlichen Mord zu viereinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt.
Am Tag der Urteilsverkündung (19. August 1965) auf freien Fuß gesetzt.