Emil Hantl

14. Dezember 1902, Mährisch-Lotschnau/CZ – 18. August 1984, Plochingen
Persönlicher Werdegang:
Sohn eines Tabakfabrikarbeiters; fünf Geschwister; Besuch der Volksschule; Ausbildung im Bäckerhandwerk; anschließend als Hilfsarbeiter tätig; nach der Entlassung aus US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft als Hilfsarbeiter und Weber tätig.

Funktionen während des NS-Regimes:
Mitglied in der NSDAP seit 1938; Angehöriger der Waffen-SS seit dem 26. Januar 1940; im KZKZ
→ Konzentrationslager
Auschwitz zunächst in der SS-Wachmannschaft, später in der Abteilung Standortarzt (Abt. V) als SS-SanitätsdienstgradSS-Sanitätsdienstgrad
SS-Angehörige, die in der Abteilung SS-Standortarzt (medizinische Abteilung) in der Funktion von Krankenpflegern tätig waren, wurden Sanitätsdienstgrad (Abkürzung: SDG) genannt. In den → Häftlingskrankenbauten waren SS-Lagerärzte die Vorgesetzten der Sanitätsdienstgrade. Den „Krankenstand“, die Belegung des Krankenbaus mit Häftlingen, bestimmten die SS-Lagerärzte und die Sanitätsdienstgrade. War der Krankenbau nach Auffassung der → SS überfüllt, war die Aufenthaltsdauer eines kranken Häftlings im Krankenbau von meist zwei Wochen überschritten, wurde der Kranke ins Lager als „arbeitsfähig“ entlassen oder fiel einer Selektion für die Gaskammer zum Opfer.
in Auschwitz-StammlagerAuschwitz-Stammlager
→ Auschwitz I
eingesetzt; Angehöriger der SS-Mannschaft vom 1. August 1940 bis zur EvakuierungEvakuierung
Mit der Bezeichnung „Evakuierung“ wird die Auflösung der Lager benannt. Die Lagerinsassen mussten in von der → SS streng bewachten Kolonnen aus den Lagern marchschieren. Der Elendszug der Häftlinge wird → „Todesmärsche“ genannt, weil Tausende auf dem Weg in ein anderes Lager oder zu Verladestationen (Bahnhöfen) umkamen.
; letzter Dienstgrad: SS-Unterscharführer.

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Zur Zeit der Verhandlung:
61 Jahre, ledig.
Untersuchungshaft seit Mai 1961. Emil Hantl wurde wegen gemeinschafticher Beihilfe zum gemeinschaftlichen Mord zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt.
Am Tag der Urteilsverkündung (19. August 1965) auf freien Fuß gesetzt.