Emil Bednarek

20. Juli 1907, Königshütte/D
Persönlicher Werdegang:
Sohn eines Seilwärters; nach der Volksschule in einer Kohlengrube tätig; anschließend kaufmännische Lehre und Besuch der kaufmännischen Abendschule; 1927/28 und zu Beginn des Krieges in der polnischen Armee, nach der deutschen Kriegsgefangenschaft als Buchhalter in einer Ziegelei beschäftigt; nach 1945 Rückkehr nach Chorzów (Königshütte); seit 1947 als Gastwirt, später als Buchhalter in einem Lebensmittelgeschäft tätig.

Funktionen während des NS-Regimes:
am 15. April 1940 von der GestapoGestapo
→ <Geheime Staatspolizei>
wegen der Mitgliedschaft zu einer polnischen Widerstandsbewegung beschuldigt und verhaftet; als Häftling im KZKZ
→ Konzentrationslager
Auschwitz vom 7. Juli 1940 bis zur EvakuierungEvakuierung
Mit der Bezeichnung „Evakuierung“ wird die Auflösung der Lager benannt. Die Lagerinsassen mussten in von der → SS streng bewachten Kolonnen aus den Lagern marchschieren. Der Elendszug der Häftlinge wird → „Todesmärsche“ genannt, weil Tausende auf dem Weg in ein anderes Lager oder zu Verladestationen (Bahnhöfen) umkamen.
; HäftlingsnummerHäftlingsnummer
Die → SS gab jedem ins Lager verbrachten Häftling eine Lagernummer.
Folgende Nummernserien gab es in Auschwitz:
Männer:
Nummernserie 1 – 202.499 (Vergabezeitraum: Mai 1940 bis Januar 1945); Nummernserie A-1 – A-20.000 (Vergabezeitraum: Mai bis August 1944); Nummernserie B-1 – B-14.897 ((Vergabezeitraum: Juli bis Dezember 1944)
Frauen:
Nummernserie 1 – 89.325 (Vergabezeitraum: März 1942 bis November 1944); Nummernserie A-1 – A-29.354 (Vergabezeitraum: Mai bis November 1944)
Sinti/Roma („Zigeuner“):
Männer: Z-1 – 10.097
Frauen: Z-1 – 10.849
Sowjetische Kriegsgefangene:
RKG-1 – 11.957

1.325; zunächst als Stubendienst, anschließend als Blockschreiber eingesetzt; zuletzt Blockältester der StrafkompanieStrafkompanie
Das Häftlingskommando, das schwerste Arbeit unter mörderischen Bedingungen zu leisten hatte und in das Häftlinge zur Strafe versetzt wurden, nannte die → SS „Strafkompanie“. Die Überlebenschancen in der Strafkompanie waren gering. Die Häftlinge waren den Schikanen und den Terror der → SS und der → Funktionshäftlinge vollkommen ausgeliefert.
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Zur Zeit der Verhandlung:
56 Jahre, verheiratet, zwei Kinder.
Untersuchungshaft seit November 1960. Emil Bednarek wurde wegen Mordes in 14 Fällen zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Nach einer Gnadenentscheidung im Mai 1975 wurde die Strafe auf 20 Jahre reduziert. Bednarek wurde am 1. Dezember 1975 aus der Strafhaft entlassen.