Alex Rosenstock

Alex Rosenstock, 1914 in Russland geboren, flüchtete während der Besetzung Polens durch die Deutsche Wehrmacht in die Tschechoslowakei und wurde Ende April 1942 mit einem Transport von circa 1.000 jungen slowakischen Jüdinnen und Juden nach Auschwitz deportiert und unter der HäftlingsnummerHäftlingsnummer
Die → SS gab jedem ins Lager verbrachten Häftling eine Lagernummer.
Folgende Nummernserien gab es in Auschwitz:
Männer:
Nummernserie 1 – 202.499 (Vergabezeitraum: Mai 1940 bis Januar 1945); Nummernserie A-1 – A-20.000 (Vergabezeitraum: Mai bis August 1944); Nummernserie B-1 – B-14.897 ((Vergabezeitraum: Juli bis Dezember 1944)
Frauen:
Nummernserie 1 – 89.325 (Vergabezeitraum: März 1942 bis November 1944); Nummernserie A-1 – A-29.354 (Vergabezeitraum: Mai bis November 1944)
Sinti/Roma („Zigeuner“):
Männer: Z-1 – 10.097
Frauen: Z-1 – 10.849
Sowjetische Kriegsgefangene:
RKG-1 – 11.957

32.194 registriert. Nach verschiedenen ArbeitskommandosArbeitskommandos
Eine Häftlingsgruppe, die von der → SS zu einer bestimmten Tätigkeit eingesetzt wurde, nannte man „Arbeitskommando“. Seitens der SS war ein „Kommandoführer“ für den Arbeitseinsatz der Häftlinge verantwortlich. Von der SS eingesetzte → Kapos, bei großen Arbeitskommandos Oberkapos, hatten Aufsichtsfunktionen auszuüben. Nicht wenige Kapos erwiesen sich als willige Handlanger der SS und drangsalierten die Häftlinge.
in Auschwitz IAuschwitz I
Im November 1943 wurde der Lagerkomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das → Stammlager, das seit Mai 1940 existierende, erhielt die Bezeichnung Auschwitz I.
(StammlagerStammlager
→ Auschwitz I
) und in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
wurde Rosenstock im März 1943 HäftlingspflegerHäftlingspfleger
Die → SS setzte Häftlinge, die über medizinische Kenntnisse verfügten, als Häftlingspfleger ein. Die → Häftlingsärzte zusammen mit den Häftlingspflegern versuchten mit den wenigen vorhandenen Mitteln, den Kranken zu helfen.
in der Zahnstation in Block 31 von Lagerabschnitt BIId (MännerlagerMännerlager
Die Lagerabschnitte BIb und BIId werden in der Literatur speziell „Männerlager“ genannt, obgleich in anderen Teilen des Lagers auch männliche Häftlinge untergebracht waren.
). Der Leiter der SS-Zahnstation und der Lagerzahnstationen war der Angeklagte Dr. Willy Frank.
Zur Zeit seiner Vernehmung im Oktober 1964 war der Zeuge Alex Rosenstock 50 Jahre alt und arbeitete als Zahnarzt in Kyriat Chaim/Israel.

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Hörbeispiel:
Baretzki war BlockführerBlockführer
SS-Männer, denen befehlsgemäß Häftlingsblöcke unterstanden, wurden „Blockführer“ genannt. Die „Blockführer“ waren Herren über Leben und Tod der Insassen. Die → SS bediente sich sogenannter → Funktionshäftlinge, Block- und Stubenälteste, um in den Unterkünften der Häftlinge (Block, Baracke) „Ordnung“ im Sinne der Lagervorschriften der SS zu halten.
bei uns im Lager. War besonders tüchtig zu schwachen Häftlingen. Hat viel „SportSport
→ SS und auch → Funktionshäftlinge (Lager-, Blockälteste, Kapos, etc.) quälten Häftlinge, in dem sie mit ihnen „Sport“ trieben. „Sport“ bedeutete körperliche Folter für die Lagerinsassen, oft der Tod durch Entkräftung und Erschöpfung.
“ getrieben mit denen. Er hatte einen speziellen Schlag, einen Ellenbogenschlag. Das hat er immer trainiert auf die Häftlinge. Ich war einmal zugegen. [...] Es genügte für jeden Häftling, dass er den ersten Schlag bekommen hatte, dass er schon physisch zusammengebrochen war. Und wenn er physisch schwach war, weiß ich nicht, ob man ihn schon rein gelassen hat in den Block. Da ist er schon liegengeblieben. Und das war schon auch so wie eine Todesstrafe.
(96. Verhandlungstag, 2.10.1964)

Erläuterung:
SportSport
→ SS und auch → Funktionshäftlinge (Lager-, Blockälteste, Kapos, etc.) quälten Häftlinge, in dem sie mit ihnen „Sport“ trieben. „Sport“ bedeutete körperliche Folter für die Lagerinsassen, oft der Tod durch Entkräftung und Erschöpfung.
“ war eine beliebte Methode der SS und von bestimmten, mit der SS kollaborierenden Funktionshäftlingen (z. B. Blockältesten, KaposKapos
Häftlinge, die auf Befehl der → SS andere Häftlinge zu beaufsichtigen hatten, wurden Kapo genannten. Ein Kapo befehligte zum Beispiel ein → Arbeitskommando und war in dieser Funktion auch Herr über Leben und Tod der Häftlinge.
), Häftlinge zu quälen und zu schinden. Oft kam es vor, dass Lagerinsassen die Torturen nicht überstanden und verstarben. Der Angeklagte Stefan Baretzki war in der Funktion eines sogenannten Blockführers im Birkenauer MännerlagerMännerlager
Die Lagerabschnitte BIb und BIId werden in der Literatur speziell „Männerlager“ genannt, obgleich in anderen Teilen des Lagers auch männliche Häftlinge untergebracht waren.
BIId eingesetzt, in dem der Zeuge Alex Rosenstock untergebracht war. Ein BlockführerBlockführer
SS-Männer, denen befehlsgemäß Häftlingsblöcke unterstanden, wurden „Blockführer“ genannt. Die „Blockführer“ waren Herren über Leben und Tod der Insassen. Die → SS bediente sich sogenannter → Funktionshäftlinge, Block- und Stubenälteste, um in den Unterkünften der Häftlinge (Block, Baracke) „Ordnung“ im Sinne der Lagervorschriften der SS zu halten.
war für einen oder mehrere Blöcke zuständig und somit Herr über Leben und Tod von über tausend Häftlingen. Er konnte nach Belieben schalten und walten, die Häftlinge waren ihm schutzlos ausgeliefert. Der Angeklagte Baretzki war dafür berüchtigt, Menschen zu quälen und mit seinem Spezialschlag zu töten.