Zeittafel

1940  
   
April 1940 Befehl von Reichsführer SS Heinrich Himmler zur Errichtung des Konzentrationslagers Auschwitz. SS-Gruppenführer Richard Glücks, Inspekteur der KonzentrationslagerKonzentrationslager
Die → SS richtete unmittelbar nach der sogenannten Machtergreifung (Ende Januar 1933) Konzentrationslager für Menschen ein, die das Regime als politische Gegner betrachtete und deshalb verfolgte.
Die Hauptkonzentrationslager waren: Dachau (1933–1945), Sachsenhausen (1936–1945), Buchenwald (1937–1945), Flossenbürg (1938–1945), Mauthausen (1938–1945), Neuengamme (1940–1945), Ravensbrück (1939–1945).
In den besetzten Gebieten: Stutthof (bei Danzig) (1939–1945), Auschwitz (1940–1945), Groß-Rosen (bei Breslau) (1940–1945), Natzweiler-Struthof (Elsass) (1940–1945), Plaszow (bei Krakau) (1941–1945), Majdanek (bei Lublin (1941–1944).

, ernennt SS-Hauptsturmführer Rudolf Höß zum Kommandanten des KZKZ
→ Konzentrationslager
Auschwitz.
   
Mai 1940 Beginn der Vorbereitungen für die Errichtung des Lagers. 300 jüdische Bürger des Ortes Oœwiêcim werden gezwungen, Aufräumungsarbeiten auf dem Gelände des geplanten Lagers zu verrichten. Aus dem KZKZ
→ Konzentrationslager
Sachsenhausen treffen SS-Scharführer Gerhard Palitzsch und 30 "reichsdeutsche" kriminelle Häftlinge in Auschwitz ein; sie erhalten die Häftlingsnummern 1-30 und werden zu Funktionshäftlingen ernannt.
   
Juni 1940 Aus dem Gefängnis in Tarnów trifft der erste Transport mit 728 polnischen Häftlingen in Auschwitz ein. Nr. 1282 (letzte vergebene Häftlings-Nummer in dem betreffenden Monat).
   
Juli 1940 Nr. 1420
   
August 1940 Die Lagerführung richtet eine StrafkompanieStrafkompanie
Das Häftlingskommando, das schwerste Arbeit unter mörderischen Bedingungen zu leisten hatte und in das Häftlinge zur Strafe versetzt wurden, nannte die → SS „Strafkompanie“. Die Überlebenschancen in der Strafkompanie waren gering. Die Häftlinge waren den Schikanen und den Terror der → SS und der → Funktionshäftlinge vollkommen ausgeliefert.
ein. Nr. 3730
   
   
September 1940 Inbetriebnahme des Krematoriums mit einem Einäscherungsofen (2 Brennkammern); das KrematoriumKrematorium
Die → SS ließ in den Konzentrationslagern durch Privatfirmen Krematorien bauen, um verstorbene und getötete Lagerinsassen beseitigen zu können. In Auschwitz wurde Anfang August 1940 das erste Krematorium fertiggestellt. Es handelte sich um einen Ofen mit zwei Brennkammern. Im Februar 1941 und im Mai 1942 kamen zwei weitere Öfen hinzu. In den seit Mitte 1942 in Birkenau erbauten Krematorien gab es in den Krematorien II und III jeweils fünf Öfen mit je drei Brennkammer, in den Krematorien IV und V jeweils einen Ofen mit je acht Brennkammern.
(KrematoriumKrematorium
Die → SS ließ in den Konzentrationslagern durch Privatfirmen Krematorien bauen, um verstorbene und getötete Lagerinsassen beseitigen zu können. In Auschwitz wurde Anfang August 1940 das erste Krematorium fertiggestellt. Es handelte sich um einen Ofen mit zwei Brennkammern. Im Februar 1941 und im Mai 1942 kamen zwei weitere Öfen hinzu. In den seit Mitte 1942 in Birkenau erbauten Krematorien gab es in den Krematorien II und III jeweils fünf Öfen mit je drei Brennkammer, in den Krematorien IV und V jeweils einen Ofen mit je acht Brennkammern.
I) ist bis Juli 1943 in Betrieb.Nr. 5578
   
   
Oktober 1940 Nr. 6052
   
   
November 1940 Hinrichtung von 40 Polen auf Befehl Himmlers. Nr. 6689
   
   
Dezember 1940 Nr. 7879 Die Lagerstärke beträgt vermutlich ca. 6000 Häftlinge. Von den 7879 in Auschwitz registrierten Häftlingen sind folglich in sieben Monaten etwa 1800 ums Leben gekommen.
   
   
1941  
   
Jaunar 1941 Otto Ambros, Mitglied des Vorstands der I.G. Farbenindustrie AG, bereist Oberschlesien auf der Suche nach einem Standort für das geplante vierte Buna-Werk der I.G. Farben. Nr. 9570
   
   
Februar 1941 Reichsmarschall Hermann Göring in seiner Funktion als Beauftragter für den Vierjahresplan weist Himmler an, für den Bau des Buna-Werks der I.G. Farbenindustrie AG Häftlinge des KZKZ
→ Konzentrationslager
Auschwitz bereitzustellen. Fertigstellung eines zweiten Einäscherungsofens (2 Brennkammern). Nr. 10.900
   
   
März 1941 Besuch Himmlers in Auschwitz (1. März 1941). Himmler erteilt Höß u.a. folgende Befehle: Ausbau des Lagers, Abstellung von 10.000 Häftlingen für den Bau der I.G. Farben-Werke Aussiedlung der jüdischen Einwohner der Stadt Auschwitz. Erschießung von 72 polnischen Häftlingen in der Kiesgrube. Besprechung von Vertretern der I.G. Farbenindustrie AG und der SS in Berlin (20.März 1941) über die Kooperation der KZ-LeitungKZ-Leitung
→ Konzentrationslager
mit der Bauleitung der I.G. Farben. Besprechung von Lagerleitung und Bauleitung der I.G. Farben in Auschwitz (27. März 1941). Folgende Vereinbarungen werden getroffen: das KZKZ
→ Konzentrationslager
stellt 1000 Häftlinge für die I.G. Farben ab; pro Hilfsarbeiter und Tag zahlt die I.G. Farben 3 RM an die SS, pro Facharbeiter und Tag 4 RM; die Arbeitszeit beträgt im Sommer 10-11 Stunden, im Winter mindestens 9 Stunden. Nr. 11.121
   
   
April 1941 Das "Kommando Buna" beginnt mit der Arbeit auf der Baustelle der I.G. Farben; das Kommando marschiert vom Lager Auschwitz zur 6 km entfernten Baustelle. Nr. 15.181
   
   
Mai 1941 Nr. 16.973
   
   
Juni 1941 Nr. 17.705
   
   
Juli 1941 Sowjetische Kriegsgefangene werden ins Lager verbracht und in der Kiesgrube ermordet. Auf Befehl Himmlers wählt eine Sonderkommission 573 Häftlinge aus, die in die Euthanasieanstalt Sonnenstein bei Pirna transportiert und dort ermordet werden. Das "Kommando Buna" wird mit der Bahn zur Baustelle gebracht. Nach Angaben von Höß bestellt ihn Himmler nach Berlin und erteilt ihm den Befehl, in Auschwitz Vernichtungsanlagen zu bauen. Nr. 19.856
   
   
August 1941 Beginn der Tötung von kranken Häftlingen durch Phenolinjektionen im HäftlingskrankenbauHäftlingskrankenbau
In den Konzentrationslagern wurden Blöcke bzw. Baracken eingerichtet, in denen kranke Häftlinge medizinisch versorgt werden sollten. → SS-Lagerärzte und → SS-Sanitätsdienstgrade waren die Vorgesetzten von → Häftlingsärzten und -pflegern, die sich mit den wenigen zur Verfügung stehenden medizinischen Mitteln um die erkrankten Häftlinge kümmerten. Der Aufenthalt im → Krankenbau war für die Lagerinsassen mit einem hohen Risiko verbunden. Wurden die Kranken innerhalb kurzer Zeit nicht wieder „arbeitsfähig“ und konnten ins Lager entlassen werden, fielen sie Selektionen zum Opfer. Die → SS-Ärzte, assistiert von den Sanitätsdienstgraden, wählten die Kranken aus und schickten sie in den Tod: Sie wurden vergast oder mit → Phenolinjektionen getötet.
(Block 20). Nr. 20.329
   
   
September 1941 In Befolgung von Himmlers Befehl, in Auschwitz Vernichtungsanlagen zur Durchführung der "Endlösung der Judenfrage" zu errichten, erprobt die Lagerleitung Zyklon BZyklon B
Das „Zyklon B“ genannte Schädlingsbekämpfungsmittel (Hauptbestandteil: Cyanwasserstoff bzw. Blausäure) wurde Anfang der 1920er Jahre entwickelt und für die Firma Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch, 1919 gegründet) patentiert. Anteilseigner der Degesch waren in den 1940er Jahren folgende Firmen: Degussa, IG Farben und Th. Goldschmidt AG. In den Lagern wurde das Giftgas zur Entwesung von Räumen und zur Desinfektion von Kleidung gebraucht. Im Spätsommer 1941 experimentierte die → SS mit dem Giftgas, sie probierte aus, ob mit dem Gas auch Menschen getötet werden konnten. Die sogenannten Probevergasungen erwiesen sich als erfolgreich. Die SS hatte ein Mittel gefunden, Menschen massenweise in geschlossenen Räumen töten zu können.
als mögliches Tötungsmittel im Kellergeschoss des Blockes 11. 600 sowjetische Kriegsgefangene und 250 kranke Häftlinge aus dem HäftlingskrankenbauHäftlingskrankenbau
In den Konzentrationslagern wurden Blöcke bzw. Baracken eingerichtet, in denen kranke Häftlinge medizinisch versorgt werden sollten. → SS-Lagerärzte und → SS-Sanitätsdienstgrade waren die Vorgesetzten von → Häftlingsärzten und -pflegern, die sich mit den wenigen zur Verfügung stehenden medizinischen Mitteln um die erkrankten Häftlinge kümmerten. Der Aufenthalt im → Krankenbau war für die Lagerinsassen mit einem hohen Risiko verbunden. Wurden die Kranken innerhalb kurzer Zeit nicht wieder „arbeitsfähig“ und konnten ins Lager entlassen werden, fielen sie Selektionen zum Opfer. Die → SS-Ärzte, assistiert von den Sanitätsdienstgraden, wählten die Kranken aus und schickten sie in den Tod: Sie wurden vergast oder mit → Phenolinjektionen getötet.
werden mit Zyklon BZyklon B
Das „Zyklon B“ genannte Schädlingsbekämpfungsmittel (Hauptbestandteil: Cyanwasserstoff bzw. Blausäure) wurde Anfang der 1920er Jahre entwickelt und für die Firma Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch, 1919 gegründet) patentiert. Anteilseigner der Degesch waren in den 1940er Jahren folgende Firmen: Degussa, IG Farben und Th. Goldschmidt AG. In den Lagern wurde das Giftgas zur Entwesung von Räumen und zur Desinfektion von Kleidung gebraucht. Im Spätsommer 1941 experimentierte die → SS mit dem Giftgas, sie probierte aus, ob mit dem Gas auch Menschen getötet werden konnten. Die sogenannten Probevergasungen erwiesen sich als erfolgreich. Die SS hatte ein Mittel gefunden, Menschen massenweise in geschlossenen Räumen töten zu können.
ermordet; die Leichen der Ermordeten werden im KrematoriumKrematorium
Die → SS ließ in den Konzentrationslagern durch Privatfirmen Krematorien bauen, um verstorbene und getötete Lagerinsassen beseitigen zu können. In Auschwitz wurde Anfang August 1940 das erste Krematorium fertiggestellt. Es handelte sich um einen Ofen mit zwei Brennkammern. Im Februar 1941 und im Mai 1942 kamen zwei weitere Öfen hinzu. In den seit Mitte 1942 in Birkenau erbauten Krematorien gab es in den Krematorien II und III jeweils fünf Öfen mit je drei Brennkammer, in den Krematorien IV und V jeweils einen Ofen mit je acht Brennkammern.
verbrannt. In der sog. Leichenhalle des Krematoriums werden 900 sowjetische Kriegsgefangene mit Zyklon BZyklon B
Das „Zyklon B“ genannte Schädlingsbekämpfungsmittel (Hauptbestandteil: Cyanwasserstoff bzw. Blausäure) wurde Anfang der 1920er Jahre entwickelt und für die Firma Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch, 1919 gegründet) patentiert. Anteilseigner der Degesch waren in den 1940er Jahren folgende Firmen: Degussa, IG Farben und Th. Goldschmidt AG. In den Lagern wurde das Giftgas zur Entwesung von Räumen und zur Desinfektion von Kleidung gebraucht. Im Spätsommer 1941 experimentierte die → SS mit dem Giftgas, sie probierte aus, ob mit dem Gas auch Menschen getötet werden konnten. Die sogenannten Probevergasungen erwiesen sich als erfolgreich. Die SS hatte ein Mittel gefunden, Menschen massenweise in geschlossenen Räumen töten zu können.
ermordet. Nach diesen "Probevergasungen" entscheidet sich die Lagerleitung für die Verwendung des Gases Zyklon BZyklon B
Das „Zyklon B“ genannte Schädlingsbekämpfungsmittel (Hauptbestandteil: Cyanwasserstoff bzw. Blausäure) wurde Anfang der 1920er Jahre entwickelt und für die Firma Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch, 1919 gegründet) patentiert. Anteilseigner der Degesch waren in den 1940er Jahren folgende Firmen: Degussa, IG Farben und Th. Goldschmidt AG. In den Lagern wurde das Giftgas zur Entwesung von Räumen und zur Desinfektion von Kleidung gebraucht. Im Spätsommer 1941 experimentierte die → SS mit dem Giftgas, sie probierte aus, ob mit dem Gas auch Menschen getötet werden konnten. Die sogenannten Probevergasungen erwiesen sich als erfolgreich. Die SS hatte ein Mittel gefunden, Menschen massenweise in geschlossenen Räumen töten zu können.
als Tötungsmittel. Das "Kommando Buna" hat eine durchschnittliche Stärke von 1300 Häftlingen. Nr. 21.152
   
   
Oktober 1941 Transporte mit sowjetischen Kriegsgefangenen; im Oktober werden insgesamt 10.000 sowjetische Kriegsgefangene nach Auschwitz verbracht; in den Blöcken 1-3, 12-14, 22-24 wird das "Russen-Kriegsgefangenen-Arbeitslager" eingerichtet. Baubeginn des "Kriegsgefangenenlagers" BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
; insbesondere sowjetische Kriegsgefangene werden beim Bau von BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
eingesetzt. 1255 sowjetische Kriegsgefangene kommen um. Nr. 22.397
   
   
November 1941 Erste Hinrichtungen durch GenickschussGenickschuss
Bei Erschießungen an der → Schwarzen Wand wurden den Opfern von der → SS in den Hinterkopf geschossen. Die → SS verwendete meist ein Kleinkalibergewehr.
an der so genannten Schwarzen Wand im Hof von Block 11Block 11
Im → Stammlager (→ Auschwitz I) wurde im Kellergeschoss von → Block 11 ein Lagergefängnis mit insgesamt 27 Zellen und vier sogenannten Stehzellen eingerichtet. Die Stehzellen hatten eine Fläche von 90 auf 90 cm. Durch eine kleine Tür am Fußboden mussten die Gefangenen in die Zellen kriechen. Im → „Stehbunker“ hat die → SS Häftlinge verhungern lassen.
(StammlagerStammlager
→ Auschwitz I
). Die Firma J.A. Topf & Söhne baut einen dritten Einäscherungsofen im KrematoriumKrematorium
Die → SS ließ in den Konzentrationslagern durch Privatfirmen Krematorien bauen, um verstorbene und getötete Lagerinsassen beseitigen zu können. In Auschwitz wurde Anfang August 1940 das erste Krematorium fertiggestellt. Es handelte sich um einen Ofen mit zwei Brennkammern. Im Februar 1941 und im Mai 1942 kamen zwei weitere Öfen hinzu. In den seit Mitte 1942 in Birkenau erbauten Krematorien gab es in den Krematorien II und III jeweils fünf Öfen mit je drei Brennkammer, in den Krematorien IV und V jeweils einen Ofen mit je acht Brennkammern.
. In BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
werden Massengräber angelegt. 3726 sowjetische Kriegsgefangene sind ums Leben gekommen. Nr. 23.631
   
   
Dezember 1941 Im Jahr 1941 sind 17.270 Häftlinge und 9997 sowjetische Kriegsgefangene nach Auschwitz verbracht worden. Schätzungen zufolge sind im Jahr 1941 etwa 20.000 Häftlinge und Kriegsgefangene umgekommen. Nr. 25.149
   
   
1942  
   
Januar 1942 Die Lagerstärke beträgt ca. 12.000 Häftlinge und 1500 Kriegsgefangene. In BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
wird ein Bauernhaus in eine Vernichtungsstätte umgewandelt, Bunker Nr. 1Bunker Nr. 1
„Bunker Nr. 1“ oder „Rotes Haus“ wurde ein umgebautes Bauernhaus genannt, die erste Anfang/Frühjahr 1942 in Betrieb genommene Vernichtungsstätte in Birkenau. Die Vergasungsanlage bestand aus zwei Gaskammern mit einem Fassungsvermögen von 800 Opfern. Neben dem Haus wurden zwei Baracken errichtet, in denen sich die Opfer entkleiden mussten. Die Toten wurden in Massengräbern verscharrt.
, Rotes HausRotes Haus
→ Bunker Nr. 1
, mit zwei GaskammernGaskammern
Die Räume, in denen in Auschwitz Menschen mit dem Giftgas → Zyklon B ermordet worden sind, die Gaskammern, wurden von der → SS in den Bauplänen meist „Leichenkeller“ genannt. Gaskammern gab es im Lagerkomplex Auschwitz an insgesamt sieben Stellen: Im → Krematorium I, in den umgebauten Bauernhäusern in Birkenau (→ Bunker Nr. 1 und → Bunker Nr. 2) und in den → Krematorien II bis V. Die Gaskammern hatten gasdichte Türen mit einem Guckloch, Vorrichtungen zum Einschütten von → Zyklon B (Einwurfluken) und teilweise auch Ventilationssysteme, um die Luft absaugen zu können.
. Nr. 26.288 Belegstärke des Lagers: 11.449 Häftlinge.
   
Februar 1942 Transporte mit Juden aus Oberschlesien treffen in Auschwitz ein; die Deportierten werden in der Leichenhalle des Krematoriums mit Zyklon BZyklon B
Das „Zyklon B“ genannte Schädlingsbekämpfungsmittel (Hauptbestandteil: Cyanwasserstoff bzw. Blausäure) wurde Anfang der 1920er Jahre entwickelt und für die Firma Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch, 1919 gegründet) patentiert. Anteilseigner der Degesch waren in den 1940er Jahren folgende Firmen: Degussa, IG Farben und Th. Goldschmidt AG. In den Lagern wurde das Giftgas zur Entwesung von Räumen und zur Desinfektion von Kleidung gebraucht. Im Spätsommer 1941 experimentierte die → SS mit dem Giftgas, sie probierte aus, ob mit dem Gas auch Menschen getötet werden konnten. Die sogenannten Probevergasungen erwiesen sich als erfolgreich. Die SS hatte ein Mittel gefunden, Menschen massenweise in geschlossenen Räumen töten zu können.
ermordet. Nr. 25.904 Belegstärke des Lagers: 11.132 Häftlinge.
   
März 1942 Das "Russen-Kriegsgefangenen-Arbeitslager" wird aufgelöst; die noch lebenden 945 Kriegsgefangenen, von über 10.000 nach Auschwitz verbrachten, werden zusammen mit anderen Häftlingen ins neu errichtete Lager BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
(BIb) verlegt. Die Vernichtungsanlage Bunker Nr. 1Bunker Nr. 1
„Bunker Nr. 1“ oder „Rotes Haus“ wurde ein umgebautes Bauernhaus genannt, die erste Anfang/Frühjahr 1942 in Betrieb genommene Vernichtungsstätte in Birkenau. Die Vergasungsanlage bestand aus zwei Gaskammern mit einem Fassungsvermögen von 800 Opfern. Neben dem Haus wurden zwei Baracken errichtet, in denen sich die Opfer entkleiden mussten. Die Toten wurden in Massengräbern verscharrt.
, Rotes HausRotes Haus
→ Bunker Nr. 1
, wird in Betrieb genommen; die Leichen werden in Massengräbern in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
verscharrt. Ende März trifft ein Transport mit 999 weiblichen Häftlingen aus dem KZKZ
→ Konzentrationslager
Ravensbrück in Auschwitz ein, am selben Tag kommt ein Transport mit 1000 slowakischen Jüdinnen an; der Transport ist auf Befehl des Reichssicherheits-Hauptamtes (RSHARSHA
→ Reichssicherheitshauptamt
) nach Auschwitz gekommen. In den Blöcken 1-10 wird das "FrauenkonzentrationslagerFrauenkonzentrationslager
Von März bis August 1942 gab es in den Blöcken 1 bis 10 des → Stammlagers ein Frauenkonzentrationslager, das bis Sommer 1942 dem Konzentrationslager Ravensbrück (nördlich von Berlin) unterstellt war. Im August 1942 wurden die weiblichen Häftlinge in den Lagerabschnitt BIa in Birkenau verlegt. BIa und ab Juli 1943 auch BIb bildeten das Frauenkonzentrationslager in Birkenau. Weibliche Häftlinge gab es auch in den Lagerabschnitten BIIb (→ Theresienstädter Familienlager) und BIIe (→ Zigeunerlager) sowie seit Sommer 1944 auch in BIIc (Durchgangslager für Jüdinnen aus Ungarn) und in BIII (→ „Mexiko“). Im Herbst 1944 wurden in Blöcken, die in der Nähe des Stammlagers (die sogenannte Lagererweiterung) erbaut worden waren, Häftlingsfrauen untergebracht.
" eingerichtet, das bis Mitte 1942 dem KZKZ
→ Konzentrationslager
Ravensbrück unterstellt ist. RSHA-TransportRSHA-Transport
→ Reichssicherheitshauptamt
aus Frankreich (Lager Compiègne) mit 1112 Juden; alle Deportierten werden ins Lager eingewiesen. Nr. 28.645 (Männer) Belegstärke des Männerlagers: 10.629 Häftlinge. Nr. 2796 (Frauen) Im März sind 4 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit 3000 Juden angekommen.
   
April 1942 Weitere RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit slowakischen Jüdinnen treffen ein. Nr. 34.601 (Männer) Belegstärke des Männerlagers: 14.624 Häftlinge. Nr. 7407 (Frauen) Im April sind 8 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit 8000 Juden angekommen.
   
Mai 1942 Erste SelektionSelektion
Die Auswahl oder Aussonderung von Häftlingen und von nach Auschwitz verschleppten Juden auf der → Rampe wurde „Selektion“ genannt. Selektion innerhalb des Lagers konnte für die Häftlinge zweierlei bedeuten: Verbleib im Lager bzw. Überstellung in ein anderes Lager oder Ermordung: Tod in der Gaskammer, Tötung mit Injektionen, Erschießung. Für nach Auschwitz verschleppte Juden hieß Selektion auf der Ankunftsrampe: Verbringung ins Lager zur Sklavenarbeit oder sofortige Ermordung in den Gaskammern.
in der sog. Isolierstation im neuerbauten Lager BIb in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
. Die Selektierten werden in Bunker Nr. 1Bunker Nr. 1
„Bunker Nr. 1“ oder „Rotes Haus“ wurde ein umgebautes Bauernhaus genannt, die erste Anfang/Frühjahr 1942 in Betrieb genommene Vernichtungsstätte in Birkenau. Die Vergasungsanlage bestand aus zwei Gaskammern mit einem Fassungsvermögen von 800 Opfern. Neben dem Haus wurden zwei Baracken errichtet, in denen sich die Opfer entkleiden mussten. Die Toten wurden in Massengräbern verscharrt.
vergast. Transporte mit Juden aus oberschlesischen Ghettos treffen ein; die Deportierten werden allesamt ermordet. Baubeginn von KrematoriumKrematorium
Die → SS ließ in den Konzentrationslagern durch Privatfirmen Krematorien bauen, um verstorbene und getötete Lagerinsassen beseitigen zu können. In Auschwitz wurde Anfang August 1940 das erste Krematorium fertiggestellt. Es handelte sich um einen Ofen mit zwei Brennkammern. Im Februar 1941 und im Mai 1942 kamen zwei weitere Öfen hinzu. In den seit Mitte 1942 in Birkenau erbauten Krematorien gab es in den Krematorien II und III jeweils fünf Öfen mit je drei Brennkammer, in den Krematorien IV und V jeweils einen Ofen mit je acht Brennkammern.
II in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
. Nr. 37.236 (Männer) Belegstärke des Männerlagers: 14.188 Häftlinge. Nr. 7585 (Frauen) Im Mai 2 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 7000 angekommen.
   
Juni 1942 Umbau eines weiteren Bauernhauses in eine Vernichtungsanlage, Bunker Nr. 2Bunker Nr. 2
„Bunker Nr. 2“ oder „Weißes Haus“ wurde ein umgebautes Bauernhaus genannt, die zweite im Sommer 1942 in Betrieb genommene Vernichtungsstätte in Birkenau. Die Vergasungsanlage bestand aus vier Gaskammern mit einem Fassungsvermögen von 1200 Opfern. Neben dem Haus wurden drei Baracken errichtet, in denen sich die Opfer entkleiden mussten. Die Toten wurden in Massengräbern verscharrt.
, Weißes HausWeißes Haus
→ Bunker Nr. 2
, mit vier GaskammernGaskammern
Die Räume, in denen in Auschwitz Menschen mit dem Giftgas → Zyklon B ermordet worden sind, die Gaskammern, wurden von der → SS in den Bauplänen meist „Leichenkeller“ genannt. Gaskammern gab es im Lagerkomplex Auschwitz an insgesamt sieben Stellen: Im → Krematorium I, in den umgebauten Bauernhäusern in Birkenau (→ Bunker Nr. 1 und → Bunker Nr. 2) und in den → Krematorien II bis V. Die Gaskammern hatten gasdichte Türen mit einem Guckloch, Vorrichtungen zum Einschütten von → Zyklon B (Einwurfluken) und teilweise auch Ventilationssysteme, um die Luft absaugen zu können.
. Nr. 44.232 (Männer) Belegstärke des Männerlagers: 150.925 Häftlinge. Nr. 8110 (Frauen) Im Juni sind 8 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 9000 Juden angekommen.
   
Juli 1942 Zum ersten Mal werden die Deportierten eines RSHA-TransportesRSHA-Transportes
→ Reichssicherheitshauptamt
nach der Ankunft selektiertselektiert
Die Auswahl oder Aussonderung von Häftlingen und von nach Auschwitz verschleppten Juden auf der → Rampe wurde „Selektion“ genannt. Selektion innerhalb des Lagers konnte für die Häftlinge zweierlei bedeuten: Verbleib im Lager bzw. Überstellung in ein anderes Lager oder Ermordung: Tod in der Gaskammer, Tötung mit Injektionen, Erschießung. Für nach Auschwitz verschleppte Juden hieß Selektion auf der Ankunftsrampe: Verbringung ins Lager zur Sklavenarbeit oder sofortige Ermordung in den Gaskammern.
; die vergasten Opfer werden in Massengräbern verscharrt. Das FrauenkonzentrationslagerFrauenkonzentrationslager
Von März bis August 1942 gab es in den Blöcken 1 bis 10 des → Stammlagers ein Frauenkonzentrationslager, das bis Sommer 1942 dem Konzentrationslager Ravensbrück (nördlich von Berlin) unterstellt war. Im August 1942 wurden die weiblichen Häftlinge in den Lagerabschnitt BIa in Birkenau verlegt. BIa und ab Juli 1943 auch BIb bildeten das Frauenkonzentrationslager in Birkenau. Weibliche Häftlinge gab es auch in den Lagerabschnitten BIIb (→ Theresienstädter Familienlager) und BIIe (→ Zigeunerlager) sowie seit Sommer 1944 auch in BIIc (Durchgangslager für Jüdinnen aus Ungarn) und in BIII (→ „Mexiko“). Im Herbst 1944 wurden in Blöcken, die in der Nähe des Stammlagers (die sogenannte Lagererweiterung) erbaut worden waren, Häftlingsfrauen untergebracht.
wird dem KZKZ
→ Konzentrationslager
Auschwitz unterstellt. Inbetriebnahme des Nebenlagers Golleschau (Zementwerke). SS-Obersturmführer Schöttl übernimmt die Leitung des "Kommandos Buna"; Schöttl wird im Oktober 1942 Lagerführer des neu errichteten Lagers Buna. Reichsführer SS Heinrich Himmler besucht an zwei Tagen (17./18. Juli) Auschwitz, u.a. lässt sich Himmler von I.G.-Oberingenieur Max Faust die Baumaßnahmen auf dem I.G.-Baugelände zeigen. Nr. 54.422 (Männer) Belegstärke des Männerlagers: 21.421 Häftlinge. Nr. 13.244 (Frauen) Im Juli sind 18 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 18.000 Juden angekommen.
   
August 1942 Das FrauenkonzentrationslagerFrauenkonzentrationslager
Von März bis August 1942 gab es in den Blöcken 1 bis 10 des → Stammlagers ein Frauenkonzentrationslager, das bis Sommer 1942 dem Konzentrationslager Ravensbrück (nördlich von Berlin) unterstellt war. Im August 1942 wurden die weiblichen Häftlinge in den Lagerabschnitt BIa in Birkenau verlegt. BIa und ab Juli 1943 auch BIb bildeten das Frauenkonzentrationslager in Birkenau. Weibliche Häftlinge gab es auch in den Lagerabschnitten BIIb (→ Theresienstädter Familienlager) und BIIe (→ Zigeunerlager) sowie seit Sommer 1944 auch in BIIc (Durchgangslager für Jüdinnen aus Ungarn) und in BIII (→ „Mexiko“). Im Herbst 1944 wurden in Blöcken, die in der Nähe des Stammlagers (die sogenannte Lagererweiterung) erbaut worden waren, Häftlingsfrauen untergebracht.
(Blöcke 1-10 des StammlagersStammlagers
→ Auschwitz I
) wird aufgelöst; die weiblichen Häftlinge werden nach BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
(BIa) überstellt. Ausbruch einer Flecktyphusepidemie. Inbetriebnahme des Nebenlagers Jawischowitz (Kohlebergwerk). Das "Kommando Buna" stellt wegen der Epidemie seine Arbeit ein. Nr. 62.251 (Männer) Nr. 18.819 (Frauen) Im August sind 39 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 40.000 Juden angekommen.
   
September 1942 Leichen werden nicht mehr in Massengräbern verscharrt, sondern unter freiem Himmel verbrannt. Die seit Beginn des Jahres 1942 angelegten Massengräber werden geöffnet und die Leichen verbrannt. Baubeginn von KrematoriumKrematorium
Die → SS ließ in den Konzentrationslagern durch Privatfirmen Krematorien bauen, um verstorbene und getötete Lagerinsassen beseitigen zu können. In Auschwitz wurde Anfang August 1940 das erste Krematorium fertiggestellt. Es handelte sich um einen Ofen mit zwei Brennkammern. Im Februar 1941 und im Mai 1942 kamen zwei weitere Öfen hinzu. In den seit Mitte 1942 in Birkenau erbauten Krematorien gab es in den Krematorien II und III jeweils fünf Öfen mit je drei Brennkammer, in den Krematorien IV und V jeweils einen Ofen mit je acht Brennkammern.
III in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
. Nr. 66.829 (Männer) Nr. 21.305 (Frauen) Im September sind 29 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 28.000 Juden angekommen.
   
Oktober 1942 ÜberstellungÜberstellung
Wenn Häftlinge von einem Lager in ein anderes kamen, sprach die → SS von „Überstellung“ oder → „Verlegung“. Wurde ein Häftling „verlegt“, bedeutete dies, dass er meist am Leben blieb; wurde er „überstellt“, bedeutete dies meist seinen Tod.
von jüdischen Häftlingen aus den KZs im "Reichsgebiet" nach Auschwitz. Etwa 800 Häftlinge werden vom StammlagerStammlager
→ Auschwitz I
in das "Arbeitslager Buna" überstellt. Inbetriebnahme des Nebenlagers Chelmek (Schuhfabrik). Nr. 72.160 (Männer) Nr. 23.376 (Frauen) Im Oktober sind 15 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 18.000 Juden angekommen.
   
November 1942 Im Frauenlager (BIa in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
) richtet der SS-ArztSS-Arzt
Im → SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (WVHA) in Oranienburg (nahe Berlin), das nach fünf Amtsgruppen gegliedert war, gab es in der Amtsgruppe D: Konzentrationslager das Amt D III: Sanitätswesen und Lagerhygiene. Dem von SS-Standartenführer Dr. Enno Lolling geleiteten Amt unterstanden die „medizinischen Abteilungen“ der Konzentrationslager. Die in den KZs tätigen → SS-Ärzte wurden zur Betreuung des SS-Personals (SS-Truppenärzte) und zur (vorgeblichen) Betreuung der Konzentrationslagerhäftlinge (SS-Lagerärzte) eingesetzt. Um die Gesundheitsversorgung der Häftlinge und die Hygiene in den Konzentrationslagern kümmerten sich die SS-Ärzte meist nicht. Beteiligt waren sie an der Vernichtung der Häftlinge (Selektionen) und an Menschenversuchen (Experimenten).
Horst Schumann eine Versuchsstation ein. Die Öffnung der Massengräber und die Verbrennung der Leichen ist Ende November abgeschlossen. Baubeginn von KrematoriumKrematorium
Die → SS ließ in den Konzentrationslagern durch Privatfirmen Krematorien bauen, um verstorbene und getötete Lagerinsassen beseitigen zu können. In Auschwitz wurde Anfang August 1940 das erste Krematorium fertiggestellt. Es handelte sich um einen Ofen mit zwei Brennkammern. Im Februar 1941 und im Mai 1942 kamen zwei weitere Öfen hinzu. In den seit Mitte 1942 in Birkenau erbauten Krematorien gab es in den Krematorien II und III jeweils fünf Öfen mit je drei Brennkammer, in den Krematorien IV und V jeweils einen Ofen mit je acht Brennkammern.
IV und V in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
. Nr. 78.978 (Männer) Belegstärke des Männerlagers: 22.391 Häftlinge. Nr. 26.272 (Frauen) Belegstärke des Frauenlagers: 8232 Häftlinge. Im November sind 26 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 30.000 Juden angekommen.
   
Dezember 1942 SS-ArztSS-Arzt
Im → SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (WVHA) in Oranienburg (nahe Berlin), das nach fünf Amtsgruppen gegliedert war, gab es in der Amtsgruppe D: Konzentrationslager das Amt D III: Sanitätswesen und Lagerhygiene. Dem von SS-Standartenführer Dr. Enno Lolling geleiteten Amt unterstanden die „medizinischen Abteilungen“ der Konzentrationslager. Die in den KZs tätigen → SS-Ärzte wurden zur Betreuung des SS-Personals (SS-Truppenärzte) und zur (vorgeblichen) Betreuung der Konzentrationslagerhäftlinge (SS-Lagerärzte) eingesetzt. Um die Gesundheitsversorgung der Häftlinge und die Hygiene in den Konzentrationslagern kümmerten sich die SS-Ärzte meist nicht. Beteiligt waren sie an der Vernichtung der Häftlinge (Selektionen) und an Menschenversuchen (Experimenten).
Carl Clauberg beginnt im HäftlingskrankenbauHäftlingskrankenbau
In den Konzentrationslagern wurden Blöcke bzw. Baracken eingerichtet, in denen kranke Häftlinge medizinisch versorgt werden sollten. → SS-Lagerärzte und → SS-Sanitätsdienstgrade waren die Vorgesetzten von → Häftlingsärzten und -pflegern, die sich mit den wenigen zur Verfügung stehenden medizinischen Mitteln um die erkrankten Häftlinge kümmerten. Der Aufenthalt im → Krankenbau war für die Lagerinsassen mit einem hohen Risiko verbunden. Wurden die Kranken innerhalb kurzer Zeit nicht wieder „arbeitsfähig“ und konnten ins Lager entlassen werden, fielen sie Selektionen zum Opfer. Die → SS-Ärzte, assistiert von den Sanitätsdienstgraden, wählten die Kranken aus und schickten sie in den Tod: Sie wurden vergast oder mit → Phenolinjektionen getötet.
des Frauenlagers BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
(BIa) mit Sterilisationsexperimenten. Nr. 85.264 (Männer) Nr. 27.905 (Frauen) Im Dezember sind 16 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 20.000 Juden angekommen.
   
   
1943  
   
Jaunar 1943 Nr. 99.112 (Männer) Nr. 33.537 (Frauen) Im Januar sind 32 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 55.000 Juden angekommen.
   
   
Februar 1943 Der Chef des Amtes D II im Wirtschafts-Verwaltungs-Hauptamt (WVHAWVHA
→ SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt
), SS-Obersturmführer Gerhard Maurer, besucht Auschwitz und hat u.a. eine Besprechung mit der Werksleitung der I.G. Farben. Sinti und Roma werden nach Auschwitz deportiert. Das sog. ZigeunerlagerZigeunerlager
Sinti und Roma wurden von den Nationalsozialisten als „Zigeuner“ verfolgt. Auf Befehl von Heinrich Himmler, Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei, vom Dezember 1942 wurden ab März 1943 alle im deutschen Herrschaftsgebiet lebenden „Zigeuner“ in Konzentrationslager verschleppt. Nach Auschwitz wurden mehr als 20.000 „Zigeuner“ deportiert und in einem Familienlager, „Zigeunerlager“ (BIIe) genannt, untergebracht. Im August 1944, Tausende Sinti und Roma waren bereits im Lager umgekommen, löste die → SS das „Zigeunerlager“ auf. Einige tausend Sinti und Roma wurden zur Zwangsarbeit in Lagern im Innern des Deutschen Reiches verschleppt, rund 3.000 „Zigeuner“ wurden am 2. August 1944 in den Gaskammern ermordet.
(BIIe) wird errichtet. "Fabrik-Aktion" in Berlin, Verhaftung jüdischer Rüstungsarbeiter und ihrer Familien. Nr. 104.529 (Männer) Nr. 36.514 (Frauen) Im Februar sind 18 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 21.000 Juden angekommen.
   
   
März 1943 Inbetriebnahme der KrematorienKrematorien
Die → SS ließ in den Konzentrationslagern durch Privatfirmen Krematorien bauen, um verstorbene und getötete Lagerinsassen beseitigen zu können. In Auschwitz wurde Anfang August 1940 das erste Krematorium fertiggestellt. Es handelte sich um einen Ofen mit zwei Brennkammern. Im Februar 1941 und im Mai 1942 kamen zwei weitere Öfen hinzu. In den seit Mitte 1942 in Birkenau erbauten Krematorien gab es in den Krematorien II und III jeweils fünf Öfen mit je drei Brennkammer, in den Krematorien IV und V jeweils einen Ofen mit je acht Brennkammern.
II und IV in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
. Etwa 12.000 Sinti und Roma wurden nach Auschwitz deportiert. Nr. 112.107 (Männer) Nr. 39.836 (Frauen) Belegstärke des Frauenlagers: 15.200 Häftlinge. Im März sind 18 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 30.000 Juden angekommen.
   
   
April 1943 Inbetriebnahme des Krematoriums V in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
. In Block 10 des StammlagersStammlagers
→ Auschwitz I
führt SS-ArztSS-Arzt
Im → SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (WVHA) in Oranienburg (nahe Berlin), das nach fünf Amtsgruppen gegliedert war, gab es in der Amtsgruppe D: Konzentrationslager das Amt D III: Sanitätswesen und Lagerhygiene. Dem von SS-Standartenführer Dr. Enno Lolling geleiteten Amt unterstanden die „medizinischen Abteilungen“ der Konzentrationslager. Die in den KZs tätigen → SS-Ärzte wurden zur Betreuung des SS-Personals (SS-Truppenärzte) und zur (vorgeblichen) Betreuung der Konzentrationslagerhäftlinge (SS-Lagerärzte) eingesetzt. Um die Gesundheitsversorgung der Häftlinge und die Hygiene in den Konzentrationslagern kümmerten sich die SS-Ärzte meist nicht. Beteiligt waren sie an der Vernichtung der Häftlinge (Selektionen) und an Menschenversuchen (Experimenten).
Carl Clauberg pseudomedizinische Versuche an weiblichen Häftlingen durch. Etwa 3000 Sinti und Roma wurden nach Auschwitz deportiert. Nr. 119.653 (Männer) Nr. 43.661 (Frauen) Belegstärke des Frauenlagers: 18.659 Häftlinge. Im April sind 13 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 26.000 Juden angekommen.
   
   
Mai 1943 Etwa 2000 Sinti und Roma wurden nach Auschwitz deportiert. Nr. 123.234 (Männer) Nr. 45.698 (Frauen) Belegstärke des Frauenlagers: 20.542 Häftlinge. Im Mai sind 8 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 15.000 Juden angekommen.
   
   
Juni 1943 Inbetriebnahme von KrematoriumKrematorium
Die → SS ließ in den Konzentrationslagern durch Privatfirmen Krematorien bauen, um verstorbene und getötete Lagerinsassen beseitigen zu können. In Auschwitz wurde Anfang August 1940 das erste Krematorium fertiggestellt. Es handelte sich um einen Ofen mit zwei Brennkammern. Im Februar 1941 und im Mai 1942 kamen zwei weitere Öfen hinzu. In den seit Mitte 1942 in Birkenau erbauten Krematorien gab es in den Krematorien II und III jeweils fünf Öfen mit je drei Brennkammer, in den Krematorien IV und V jeweils einen Ofen mit je acht Brennkammern.
III in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
. Friedrich Krupp AG beginnt mit der Montage von Maschinen. Nr. 127.156 (Männer) Nr. 47.631 (Frauen) Im Juni sind 9 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 8000 Juden angekommen.
   
   
Juli 1943 Das MännerlagerMännerlager
Die Lagerabschnitte BIb und BIId werden in der Literatur speziell „Männerlager“ genannt, obgleich in anderen Teilen des Lagers auch männliche Häftlinge untergebracht waren.
BIId wird mit Häftlingen belegt; das bisherige MännerlagerMännerlager
Die Lagerabschnitte BIb und BIId werden in der Literatur speziell „Männerlager“ genannt, obgleich in anderen Teilen des Lagers auch männliche Häftlinge untergebracht waren.
BIb wird aufgelöst und mit weiblichen Häftlingen belegt. Im Lagerabschnitt BIIf wird das Häftlingskrankenbaulager eingerichtet. Kommandant Höß und I.G.-Betriebsleiter Walther Dürrfeld besichtigen die beiden Kohlenbergwerke Fürstengrube und Janinagrube und beschließen, Häftlinge aus Auschwitz in den Kohlengruben einzusetzen. Inbetriebnahme des Nebenlagers Eintrachthütte (Rüstungsindustrie). Inbetriebnahme des Nebenlagers Neu-Dachs (Kohlebergwerk). Nr. 132.252 (Männer) Nr. 50.836 (Frauen) Im Juli sind 2 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 1000 Juden angekommen.
   
   
August 1943 Belegung des Quarantänelagers BIIa. Inbetriebnahme des Nebenlagers Sosnowitz I. Nr. 144.489 (Männer) Nr. 57.844 (Frauen) Im August sind 33 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 30.000 Juden angekommen.
   
   
September 1943 Transport mit 5000 Juden aus Theresienstadt; das sog. Theresienstädter FamilienlagerTheresienstädter Familienlager
Aus dem Lager Theresienstadt in der Nähe von Prag – die Nationalsozialisten nannten das Lager „Altersghetto“ – wurden im September 1943 in zwei Transporten rund 5000 Juden nach Auschwitz verschleppt. Es handelte sich um Männer, Frauen und Kinder. Im Unterschied zu der ansonsten praktizierten Trennung von männlichen und weiblichen Häftlingen, wurden die Menschen aus Theresienstadt gemeinsam in einem Lagerabschnitt untergebracht. Das Lager (BIIb) wurde „Theresienstädter Familienlager“ genannt. Die → SS hatte das Lager zu Irreführung und Täuschung der Weltöffentlichkeit eingerichtet. Die Insassen des Familienlagers sollten genau sechs Monate in dem Lager verbleiben, Briefe an Angehörige senden, den Eindruck erwecken, sie seien in einem guten Arbeitslager untergebracht. Nach genau sechs Monaten wurde das Lager „liquidiert“, das heißt, die Insassen wurden in den Gaskammern ermordet.
BIIb wird eingerichtet. Inbetriebnahme des Nebenlagers Janinagrube (Kohlebergwerk, I.G. Farben). Inbetriebnahme des Nebenlagers Fürstengrube (Kohlebergwerk, I.G. Farben). Inbetriebnahme des Nebenlagers Lagischa (Elektrizitätswerk). Weichsel-Union-Metallwerke verlagern ein Werk nach Auschwitz. Friedrich Krupp AG demontiert das Zünderwerk; Weichsel-Union-Metallwerke übernehmen die Fabrikhalle von der Krupp AG. Nr. 152.666 (Männer) Nr. 63.531 (Frauen) Belegstärke des Frauenlagers: 32.066 Häftlinge. Im September sind 12 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 15.000 Juden angekommen.
   
   
Oktober 1943 Nr. 159.817 (Männer) Belegstärke des Männerlagers: 54.630 Häftlinge. Nr. 66.554 (Frauen) Belegstärke des Frauenlagers: 32.943 Häftlinge. Im Oktober sind 10 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 9.000 Juden angekommen.
   
   
November 1943 SS-Obersturmbannführer Arthur Liebehenschel wird SS-Standortältester und Kommandant von Auschwitz IAuschwitz I
Im November 1943 wurde der Lagerkomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das → Stammlager, das seit Mai 1940 existierende, erhielt die Bezeichnung Auschwitz I.
; der bisherige Kommandant, Rudolf Höß, wird Chef der Abteilung D im WVHAWVHA
→ SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt
. Liebehenschel führt eine Verwaltungsneustrukturierung des Lagers Auschwitz durch: Auschwitz IAuschwitz I
Im November 1943 wurde der Lagerkomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das → Stammlager, das seit Mai 1940 existierende, erhielt die Bezeichnung Auschwitz I.
(StammlagerStammlager
→ Auschwitz I
); Auschwitz IIAuschwitz II
Im November 1943 wurde der Lagekomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das ab Oktober 1941 erbaute, seit März 1942 mit Häftlingen belegte Lager → Birkenau erhielt die Bezeichnung Auschwitz II.
(BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
); Auschwitz IIIAuschwitz III
Im November 1943 wurde der Lagekomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das Lager Buna/Monowitz, seit Oktober 1942 neben dem Werksgelände der IG Farbenindustrie AG in Betrieb und die Auschwitzer Nebenlager erhielten die Bezeichnung Auschwitz III.
(Buna/MonowitzMonowitz
Auf dem Boden des polnischen Dorfes Monowice wurde 1942 von dem Unternehmen IG Farbenindustrie AG ein Barackenlager (Lager IV: Dorfrand) errichtet. In dem Lager wurden ab Ende Oktober 1942 KZ-Häftlinge untergebracht. Für das firmeneigene Lager werden die Bezeichnungen „Lager Buna“ bzw. „Lager Monowitz“ gebraucht. Die → SS verwendete die Bezeichnungen „Arbeitslager Buna“ und „Arbeitslager Monowitz“, ab November 1944 auch „KL Monowitz“.
, Nebenlager); Kommandant von Auschwitz IIAuschwitz II
Im November 1943 wurde der Lagekomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das ab Oktober 1941 erbaute, seit März 1942 mit Häftlingen belegte Lager → Birkenau erhielt die Bezeichnung Auschwitz II.
(BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
) wird SS-Sturmbannführer Friedrich Hartjenstein, Kommandant von Auschwitz IIIAuschwitz III
Im November 1943 wurde der Lagekomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das Lager Buna/Monowitz, seit Oktober 1942 neben dem Werksgelände der IG Farbenindustrie AG in Betrieb und die Auschwitzer Nebenlager erhielten die Bezeichnung Auschwitz III.
SS-Hauptsturmführer Heinrich Schwarz. Nr. 165.244 (Männer) Belegstärke des Männerlagers: 54.446 Häftlinge. Nr. 69.445 (Frauen) Belegstärke des Frauenlagers: 33.846 Häftlinge. Im November sind 11 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 12.000 Juden angekommen.
   
   
Dezember 1943 Umbenennung von "Arbeitslager Buna" in "Arbeitslager MonowitzMonowitz
Auf dem Boden des polnischen Dorfes Monowice wurde 1942 von dem Unternehmen IG Farbenindustrie AG ein Barackenlager (Lager IV: Dorfrand) errichtet. In dem Lager wurden ab Ende Oktober 1942 KZ-Häftlinge untergebracht. Für das firmeneigene Lager werden die Bezeichnungen „Lager Buna“ bzw. „Lager Monowitz“ gebraucht. Die → SS verwendete die Bezeichnungen „Arbeitslager Buna“ und „Arbeitslager Monowitz“, ab November 1944 auch „KL Monowitz“.
". Fertigstellung des Effektenlagers "Kanada" (30 Baracken); das bisherige EffektenlagerEffektenlager
In Birkenau im Lagerabschnitt BIIg gab es 30 Baracken, in denen das geraubte Hab und Gut der nach Auschwitz deportierten Juden gelagert und sortiert wurde. In der Sprache des Lagers hieß das Effektenlager „Kanada“.
(BIIc) wird aufgelöst. Fertigstellung der "SaunaSauna
Im Vernichtungslager Birkenau wurde Dezember 1943 ein großes Gebäude in Betrieb genommen, in dem sich unter anderem Duschräume und Vorrichtungen zur Desinfektion von Kleidung befanden. Die neu ins Lager eingelieferten Häftlinge, die sogenannten → Zugänge, wurden nach der Selektion in die „Sauna“ geführt. Dort mussten sie sich entkleiden, wurden geschoren, geduscht, desinfiziert, tätowiert und erhielten Häftlingskleidung.
". Nr. 171.352 (Männer) Belegstärke des Männerlagers: 55.785 Häftlinge. Nr. 73.982 (Frauen) Belegstärke des Frauenlagers: 29.513 Häftlinge. Im Dezember sind 8 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 9000 Juden angekommen.
   
   
1944  
   
Januar 1944 Nr. 173.151 (Männer) Belegstärke des Männerlagers: 53.786 Häftlinge. Nr. 75.031 (Frauen) Belegstärke des Frauenlagers: 27.053 Häftlinge. Im Januar sind 8 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 5000 Juden angekommen.
   
   
Februar 1944 Inbetriebnahme des Nebenlagers Günthergrube (Kohlebergwerk, I.G. Farben). SS-Obersturmbannführer Adolf EichmannEichmann
Adolf Eichmann (1906–1962) war im → Reichssicherheitshauptamt (RSHA) Leiter des sogenannten Judenreferats und organisierte zusammen mit den lokalen Gestapostellen die Transporte mit Juden aus ganz Europa in die → Vernichtungslager.
, Leiter des Referats IV B 4 im RSHARSHA
→ Reichssicherheitshauptamt
, besucht Auschwitz. Nr. 174.595 (Männer) Belegstärke des Männerlagers: 49.032 Häftlinge. Nr. 75.715 (Frauen) Belegstärke des Frauenlagers: 24.637 Häftlinge. Im Februar sind 14 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 5000 Juden angekommen.
   
   
März 1944 1. LiquidationLiquidation
Die Bezeichnung „Liquidation“ wird unterschiedlich in der Lagersprache und in der Literatur verwendet. „Liquidation“ von bestimmten Lagerabschnitten, zum Beispiel des → Theresienstädter Familienlagers oder des → Zigeunerlagers bedeutet: Auflösung des Lagerabschnitts, Ermordung der Häftlinge. „Liquidation“ bedeutet aber auch: Ermordung einzelner Häftlinge.
des Theresienstädter Familienlagers (BIIb). Inbetriebnahme des Nebenlagers Gleiwitz I (Deutsche Reichsbahn). Nr. 176.498 (Männer) Belegstärke des Männerlagers: 53.786 Häftlinge. Nr. 76.331 (Frauen) Belegstärke des Frauenlagers: 27.053 Häftlinge. Im März sind 11 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 4000 Juden angekommen.
   
   
April 1944 Inbetriebnahme des Nebenlagers Blechhammer (Oberschlesische Hydrierwerke). Inbetriebnahme des Nebenlagers Laurahütte (Rheinmetall, Borsig). Der Bau der Lagererweiterung ("MexikoMexiko
In der Sprache der Häftlinge hieß der Lagerteil BIII, der seit Mitte 1944 erbaut und nicht fertiggestellt wurde, „Mexiko“. In dem Lagerabschnitt waren Frauen, meist Jüdinnen aus Ungarn, untergebracht.
") wird eingestellt. Alliierte Luftaufklärung macht Aufnahmen des Lagerkomplexes. Nr. 186.590 (Männer) Nr. 80.567 (Frauen) Im April sind 14 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 6000 Juden angekommen.
   
   
Mai 1944 Inbetriebnahme des Nebenlagers Gleiwitz II (Deutsche Gasrußwerke GmbH, Degussa). Inbetriebnahme des Nebenlagers Sosnowitz (Rüstungsbetrieb, Ost-Maschinenbau GmbH). Inbetriebnahme des Nebenlagers Bobrek (Siemens-Schuckert-Werke GmbH). SS-Obersturmbannführer Arthur Liebehenschel, seit November 1943 Kommandant von Auschwitz IAuschwitz I
Im November 1943 wurde der Lagerkomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das → Stammlager, das seit Mai 1940 existierende, erhielt die Bezeichnung Auschwitz I.
und Standortältester, wird Kommandant des Vernichtungslagers Majdanek (KLKL
→ Konzentrationslager
Lublin). SS-Sturmbannführer Friedrich Hartjenstein, Kommandant von Auschwitz IIAuschwitz II
Im November 1943 wurde der Lagekomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das ab Oktober 1941 erbaute, seit März 1942 mit Häftlingen belegte Lager → Birkenau erhielt die Bezeichnung Auschwitz II.
, wird Kommandant des KZKZ
→ Konzentrationslager
Natzweiler. SS-Obersturmbannführer Rudolf Höß wird SS-Standortältester von Auschwitz; Höß hat den Auftrag, die "Ungarn-Aktion" zu leiten. Auf Befehl von Höß werden fünf Gruben zur Leichenverbrennung ausgehoben und stillgelegte Vernichtungsanlagen (KrematoriumKrematorium
Die → SS ließ in den Konzentrationslagern durch Privatfirmen Krematorien bauen, um verstorbene und getötete Lagerinsassen beseitigen zu können. In Auschwitz wurde Anfang August 1940 das erste Krematorium fertiggestellt. Es handelte sich um einen Ofen mit zwei Brennkammern. Im Februar 1941 und im Mai 1942 kamen zwei weitere Öfen hinzu. In den seit Mitte 1942 in Birkenau erbauten Krematorien gab es in den Krematorien II und III jeweils fünf Öfen mit je drei Brennkammer, in den Krematorien IV und V jeweils einen Ofen mit je acht Brennkammern.
V und Bunker Nr. 2Bunker Nr. 2
„Bunker Nr. 2“ oder „Weißes Haus“ wurde ein umgebautes Bauernhaus genannt, die zweite im Sommer 1942 in Betrieb genommene Vernichtungsstätte in Birkenau. Die Vergasungsanlage bestand aus vier Gaskammern mit einem Fassungsvermögen von 1200 Opfern. Neben dem Haus wurden drei Baracken errichtet, in denen sich die Opfer entkleiden mussten. Die Toten wurden in Massengräbern verscharrt.
) betriebsbereit gemacht. SS-Hauptsturmführer Richard Baer wird Kommandant von Auschwitz IAuschwitz I
Im November 1943 wurde der Lagerkomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das → Stammlager, das seit Mai 1940 existierende, erhielt die Bezeichnung Auschwitz I.
. SS-Hauptsturmführer Josef Kramer wird Kommandant von Auschwitz IIAuschwitz II
Im November 1943 wurde der Lagekomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das ab Oktober 1941 erbaute, seit März 1942 mit Häftlingen belegte Lager → Birkenau erhielt die Bezeichnung Auschwitz II.
. Fertigstellung der Neuen RampeRampe
Der Ort entlang von Bahngleisen, an dem die nach Auschwitz verschleppten Juden selektiert wurden, wird „Rampe“ genannt. In Auschwitz gab es für die Transporte des → Reichssicherheitshauptamts (RSHA) mit Juden aus ganz Europa zwei Selektionsrampen: die → „Alte Rampe“ und die → „Neue Rampe“.
von BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
(zwischen den Lagerteilen BI und BII). Einführung der Nummernserie A für Männer und für Frauen. Nr. 188.571 (Männer) Nr. A-11.840 (Männer) Nr. A-7038 (Frauen) Überstellungen von sog. Depothäftlingen in KZs im "Reichsgebiet". Im Mai sind ca. 90 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 250.000 Juden angekommen.
   
   
Juni 1944 Überstellungen von sog. Depothäftlingen in KZs im "Reichsgebiet". Alliierte Luftaufklärung macht Aufnahmen des Lagerkomplexes. Im Lagerabschnitt BIIc, der bis Dezember 1943 als EffektenlagerEffektenlager
In Birkenau im Lagerabschnitt BIIg gab es 30 Baracken, in denen das geraubte Hab und Gut der nach Auschwitz deportierten Juden gelagert und sortiert wurde. In der Sprache des Lagers hieß das Effektenlager „Kanada“.
genutzt worden ist, wird ein Durchgangslager, das sog. Depotlager, für Jüdinnen aus Ungarn eingerichtet. Inbetriebnahme des Nebenlagers Laurahütte (Kohlebergwerk). Nr. 189.338 (Männer) Nr. A-15.856 (Männer) Nr. 82.339 (Frauen) Nr. A-8507 (Frauen) Überstellungen von sog. Depothäftlingen in KZs im "Reichsgebiet". Im Juni sind 60 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 150.000 Juden angekommen.
   
   
Juli 1944 Inbetriebnahme des Nebenlagers Gleiwitz III. 2. LiquidationLiquidation
Die Bezeichnung „Liquidation“ wird unterschiedlich in der Lagersprache und in der Literatur verwendet. „Liquidation“ von bestimmten Lagerabschnitten, zum Beispiel des → Theresienstädter Familienlagers oder des → Zigeunerlagers bedeutet: Auflösung des Lagerabschnitts, Ermordung der Häftlinge. „Liquidation“ bedeutet aber auch: Ermordung einzelner Häftlinge.
des Theresienstädter Familienlagers. Alliierte Luftaufklärung macht Aufnahmen des Lagerkomplexes. Nr. 190.707 (Männer) Nr. A-19.951 (Männer) Belegstärke des Männerlagers: 60.802 Häftlinge. Nr. A-16.352 (Frauen) Belegstärke des Frauenlagers: 31.406 Häftlinge. Einführung der Nummernserie B für Männer. Nr. B-2773 Überstellungen von sog. Depothäftlingen in KZs im "Reichsgebiet". Im Juli sind 32 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 65.000 Juden angekommen.
   
   
August 1944 LiquidationLiquidation
Die Bezeichnung „Liquidation“ wird unterschiedlich in der Lagersprache und in der Literatur verwendet. „Liquidation“ von bestimmten Lagerabschnitten, zum Beispiel des → Theresienstädter Familienlagers oder des → Zigeunerlagers bedeutet: Auflösung des Lagerabschnitts, Ermordung der Häftlinge. „Liquidation“ bedeutet aber auch: Ermordung einzelner Häftlinge.
des Zigeunerlagers (BIIe). Inbetriebnahme des Nebenlagers Trzebinia (Erdöl-Raffinerie). Inbetriebnahme des Nebenlagers Hindenburg (Kohlebergwerk). 20. August - Luftangriffe der Alliierten auf Industrieanlagen. Alliierte Luftaufklärung macht Aufnahmen des Lagerkomplexes. Warschauer Zivilisten (Warschauer Aufstand) werden nach Auschwitz verbracht. LiquidationLiquidation
Die Bezeichnung „Liquidation“ wird unterschiedlich in der Lagersprache und in der Literatur verwendet. „Liquidation“ von bestimmten Lagerabschnitten, zum Beispiel des → Theresienstädter Familienlagers oder des → Zigeunerlagers bedeutet: Auflösung des Lagerabschnitts, Ermordung der Häftlinge. „Liquidation“ bedeutet aber auch: Ermordung einzelner Häftlinge.
des Ghetto Lodz, RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
aus dem Ghetto Lodz nach Auschwitz. 20.August - Luftangriff auf die I.G. Farbenwerke. Nach Angaben der Lagerwiderstandsbewegung befinden sich ca. 135.000 Häftlinge in Auschwitz. Nr. 193.129 (Männer) Nr. A-20.000 (Männer) Nr. B-8203 (Männer) Nr. 87.116 (Frauen) Nr. A-24.980 (Frauen) Überstellungen von sog. Depothäftlingen in KZs im "Reichsgebiet". Im August sind ca. 35 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 100.000 Juden angekommen.
   
   
September 1944 Inbetriebnahme des Nebenlagers Althammer. Inbetriebnahme des Nebenlagers Bismarckhütte. Inbetriebnahme des Nebenlagers Neustadt. Inbetriebnahme des Nebenlagers Charlottengrube. 13. September - Luftangriff auf die I.G. Farbenwerke. Warschauer Zivilisten (Warschauer Aufstand) werden nach Auschwitz verbracht. Nr. 199.531 (Männer) Nr. B-11.017 (Männer) Nr. 88.769 (Frauen) Nr. A-25.378 (Frauen) Überstellungen von sog. Depothäftlingen in KZs im "Reichsgebiet". Im September sind ca. 17 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 50.000 Juden angekommen.
   
   
Oktober 1944 Errichtung eines neuen Frauenlagers (Schutzhaftlagererweiterung) nahe StammlagerStammlager
→ Auschwitz I
. Belegstärke des Frauenlagers in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
: 26.230 Häftlinge. Ca. 17.000 weibliche Häftlinge ("Depothäftlinge") werden in den Bestand des Frauenlagers in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
aufgenommen. Gesamtbelegstärke: 43.000 weibliche Häftlinge. Belegstärke des Frauenlagers in Auschwitz: 3785 Häftlinge. Aufstand des SonderkommandosSonderkommandos
Die Häftlinge, die die Leichen ermordeter Menschen aus den Gaskammern zu den Verbrennungsöfen oder -gruben bringen und die Opfer verbrennen mussten, gehörten einem besonderen → Arbeitskommando an, das „Sonderkommando“ genannt wurde. Die Angehörigen des Sonderkommandos waren überwiegend Juden und wurden in einem abgesonderten Block in Birkenau und auf den Dachböden von Krematorien untergebracht. Die → SS betrachtete die Häftlinge des Sonderkommandos als „Geheimnisträger“, deren Leben auf Grund ihres Wissens um die Verbrechen verwirkt war. Deshalb ermordete die SS die Mitglieder des Sonderkommandos in unregelmäßigen Zeitabständen.
in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
. Lagerselektion in Buna/MonowitzMonowitz
Auf dem Boden des polnischen Dorfes Monowice wurde 1942 von dem Unternehmen IG Farbenindustrie AG ein Barackenlager (Lager IV: Dorfrand) errichtet. In dem Lager wurden ab Ende Oktober 1942 KZ-Häftlinge untergebracht. Für das firmeneigene Lager werden die Bezeichnungen „Lager Buna“ bzw. „Lager Monowitz“ gebraucht. Die → SS verwendete die Bezeichnungen „Arbeitslager Buna“ und „Arbeitslager Monowitz“, ab November 1944 auch „KL Monowitz“.
. Ca. 2000 Häftlinge werden selektiertselektiert
Die Auswahl oder Aussonderung von Häftlingen und von nach Auschwitz verschleppten Juden auf der → Rampe wurde „Selektion“ genannt. Selektion innerhalb des Lagers konnte für die Häftlinge zweierlei bedeuten: Verbleib im Lager bzw. Überstellung in ein anderes Lager oder Ermordung: Tod in der Gaskammer, Tötung mit Injektionen, Erschießung. Für nach Auschwitz verschleppte Juden hieß Selektion auf der Ankunftsrampe: Verbringung ins Lager zur Sklavenarbeit oder sofortige Ermordung in den Gaskammern.
und in BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
vergast. Im Oktober sind 18 RSHA-TransporteRSHA-Transporte
→ Reichssicherheitshauptamt
mit ca. 15.000 Juden angekommen.
   
   
November 1944 Im Lagerabschnitt BIIe, vormals ZigeunerlagerZigeunerlager
Sinti und Roma wurden von den Nationalsozialisten als „Zigeuner“ verfolgt. Auf Befehl von Heinrich Himmler, Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei, vom Dezember 1942 wurden ab März 1943 alle im deutschen Herrschaftsgebiet lebenden „Zigeuner“ in Konzentrationslager verschleppt. Nach Auschwitz wurden mehr als 20.000 „Zigeuner“ deportiert und in einem Familienlager, „Zigeunerlager“ (BIIe) genannt, untergebracht. Im August 1944, Tausende Sinti und Roma waren bereits im Lager umgekommen, löste die → SS das „Zigeunerlager“ auf. Einige tausend Sinti und Roma wurden zur Zwangsarbeit in Lagern im Innern des Deutschen Reiches verschleppt, rund 3.000 „Zigeuner“ wurden am 2. August 1944 in den Gaskammern ermordet.
, wird ein Häftlingskrankenbaulager für Frauen eingerichtet. Das QuarantänelagerQuarantänelager
In den Konzentrationslagern war es eine von der → SS häufig geübte Praxis, neu ins Lager gekommene Häftlinge, sogenannte Zugänge, für Tage und Wochen in „Quarantäne“ zu halten, sie von den übrigen Häftlingen zu isolieren. Bereits krank ins Lager eingelieferte Menschen sollten auf diese Weise ausgesondert, das heißt, vernichtet werden; ebenso geschwächte, wenig widerstandsfähige Häftlinge, die in den Augen der → SS zur Sklavenarbeit nicht tauglich waren. Die „Quarantäne“ wurde in bestimmten Blöcken oder Baracken eingerichtet. Seit August 1943 gab es im Vernichtungslager → Birkenau im Lagerabschnitt BIIa ein „Quarantänelager“ für männliche Häftlinge, das bis Oktober 1944 existierte.
BIIa und das Depotlager BIIc werden aufgelöst. Die weiblichen Häftlinge aus dem Frauenlager BIa-b werden nach BIIb und BIIe überstellt. Auf Befehl von SS-Gruppenführer Oswald Pohl, Chef des WVHAWVHA
→ SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt
, wird Auschwitz IAuschwitz I
Im November 1943 wurde der Lagerkomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das → Stammlager, das seit Mai 1940 existierende, erhielt die Bezeichnung Auschwitz I.
in "KLKL
→ Konzentrationslager
Auschwitz" und Auschwitz IIIAuschwitz III
Im November 1943 wurde der Lagekomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das Lager Buna/Monowitz, seit Oktober 1942 neben dem Werksgelände der IG Farbenindustrie AG in Betrieb und die Auschwitzer Nebenlager erhielten die Bezeichnung Auschwitz III.
in "KLKL
→ Konzentrationslager
MonowitzMonowitz
Auf dem Boden des polnischen Dorfes Monowice wurde 1942 von dem Unternehmen IG Farbenindustrie AG ein Barackenlager (Lager IV: Dorfrand) errichtet. In dem Lager wurden ab Ende Oktober 1942 KZ-Häftlinge untergebracht. Für das firmeneigene Lager werden die Bezeichnungen „Lager Buna“ bzw. „Lager Monowitz“ gebraucht. Die → SS verwendete die Bezeichnungen „Arbeitslager Buna“ und „Arbeitslager Monowitz“, ab November 1944 auch „KL Monowitz“.
" umbenannt. Das bisherige Lager Auschwitz IIAuschwitz II
Im November 1943 wurde der Lagekomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das ab Oktober 1941 erbaute, seit März 1942 mit Häftlingen belegte Lager → Birkenau erhielt die Bezeichnung Auschwitz II.
(BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
) wird dem "KLKL
→ Konzentrationslager
Auschwitz" unterstellt. Die Vergasung mit Zyklon BZyklon B
Das „Zyklon B“ genannte Schädlingsbekämpfungsmittel (Hauptbestandteil: Cyanwasserstoff bzw. Blausäure) wurde Anfang der 1920er Jahre entwickelt und für die Firma Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch, 1919 gegründet) patentiert. Anteilseigner der Degesch waren in den 1940er Jahren folgende Firmen: Degussa, IG Farben und Th. Goldschmidt AG. In den Lagern wurde das Giftgas zur Entwesung von Räumen und zur Desinfektion von Kleidung gebraucht. Im Spätsommer 1941 experimentierte die → SS mit dem Giftgas, sie probierte aus, ob mit dem Gas auch Menschen getötet werden konnten. Die sogenannten Probevergasungen erwiesen sich als erfolgreich. Die SS hatte ein Mittel gefunden, Menschen massenweise in geschlossenen Räumen töten zu können.
wird eingestellt. Demontage der KrematorienKrematorien
Die → SS ließ in den Konzentrationslagern durch Privatfirmen Krematorien bauen, um verstorbene und getötete Lagerinsassen beseitigen zu können. In Auschwitz wurde Anfang August 1940 das erste Krematorium fertiggestellt. Es handelte sich um einen Ofen mit zwei Brennkammern. Im Februar 1941 und im Mai 1942 kamen zwei weitere Öfen hinzu. In den seit Mitte 1942 in Birkenau erbauten Krematorien gab es in den Krematorien II und III jeweils fünf Öfen mit je drei Brennkammer, in den Krematorien IV und V jeweils einen Ofen mit je acht Brennkammern.
. Im November ist 1 RSHA-TransportRSHA-Transport
→ Reichssicherheitshauptamt
mit 990 Juden angekommen.
   
Dezember 1944 18. Dezember - Luftangriff auf die I.G. Farbenwerke. Alliierte Luftaufklärung macht Aufnahmen der bombardierten I. G. Farbenwerke. 26. Dezember - Luftangriff auf die I.G. Farbenwerke. Demontage der KrematorienKrematorien
Die → SS ließ in den Konzentrationslagern durch Privatfirmen Krematorien bauen, um verstorbene und getötete Lagerinsassen beseitigen zu können. In Auschwitz wurde Anfang August 1940 das erste Krematorium fertiggestellt. Es handelte sich um einen Ofen mit zwei Brennkammern. Im Februar 1941 und im Mai 1942 kamen zwei weitere Öfen hinzu. In den seit Mitte 1942 in Birkenau erbauten Krematorien gab es in den Krematorien II und III jeweils fünf Öfen mit je drei Brennkammer, in den Krematorien IV und V jeweils einen Ofen mit je acht Brennkammern.
. Belegstärke der Frauenlager einschließlich der weiblichen Häftlinge in Nebenlagern: 20.743 Häftlinge.
   
   
1945  
   
Januar 1945 Belegstärke des "KLKL
→ Konzentrationslager
MonowitzMonowitz
Auf dem Boden des polnischen Dorfes Monowice wurde 1942 von dem Unternehmen IG Farbenindustrie AG ein Barackenlager (Lager IV: Dorfrand) errichtet. In dem Lager wurden ab Ende Oktober 1942 KZ-Häftlinge untergebracht. Für das firmeneigene Lager werden die Bezeichnungen „Lager Buna“ bzw. „Lager Monowitz“ gebraucht. Die → SS verwendete die Bezeichnungen „Arbeitslager Buna“ und „Arbeitslager Monowitz“, ab November 1944 auch „KL Monowitz“.
" einschließlich der Nebenlager: 33.307 männliche und 2044 weibliche Häftlinge. Belegstärke des "KLKL
→ Konzentrationslager
Auschwitz-BirkenauAuschwitz-Birkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.
": 15.325 männliche und 16.421 weibliche Häftlinge. Insgesamt sind etwa 65.000 Häftlinge in den Auschwitzer Lagern. 18. Januar 1945: "EvakuierungEvakuierung
Mit der Bezeichnung „Evakuierung“ wird die Auflösung der Lager benannt. Die Lagerinsassen mussten in von der → SS streng bewachten Kolonnen aus den Lagern marchschieren. Der Elendszug der Häftlinge wird → „Todesmärsche“ genannt, weil Tausende auf dem Weg in ein anderes Lager oder zu Verladestationen (Bahnhöfen) umkamen.
" von Auschwitz; die Häftlinge müssen in Todesmärschen Richtung Westen unter strengster SS-Begleitung gehen. Am Abend des 18. Januar gehen die 10.000 Häftlinge des Lagers Buna/MonowitzMonowitz
Auf dem Boden des polnischen Dorfes Monowice wurde 1942 von dem Unternehmen IG Farbenindustrie AG ein Barackenlager (Lager IV: Dorfrand) errichtet. In dem Lager wurden ab Ende Oktober 1942 KZ-Häftlinge untergebracht. Für das firmeneigene Lager werden die Bezeichnungen „Lager Buna“ bzw. „Lager Monowitz“ gebraucht. Die → SS verwendete die Bezeichnungen „Arbeitslager Buna“ und „Arbeitslager Monowitz“, ab November 1944 auch „KL Monowitz“.
auf den TodesmarschTodesmarsch
Als im Januar 1945 die Rote Armee sich Auschwitz näherte, beschloss die → SS, das Lager zu „evakuieren“, das heißt, die Häftlinge in streng bewachten Marschkolonnen nach Westen zu treiben. Bei eisiger Kälte, im Schnee, schlecht bekleidet und meist ohne Proviant marschierten die Häftlinge kilometerweit über die Landstraßen. Die Strapazen, die Kälte verursachten, dass viele Häftlinge vor Erschöpfung zusammenbrachen und von der → SS erschossen wurden. Tausende kamen auf diese Weise ums Leben.
; im Ort Nikolai, in einer Ziegelei, verbringen die meisten die Nacht; in Gleiwitz werden die Häftlinge in offene Waggons gepfercht und in KZs verbracht; in Buna/MonowitzMonowitz
Auf dem Boden des polnischen Dorfes Monowice wurde 1942 von dem Unternehmen IG Farbenindustrie AG ein Barackenlager (Lager IV: Dorfrand) errichtet. In dem Lager wurden ab Ende Oktober 1942 KZ-Häftlinge untergebracht. Für das firmeneigene Lager werden die Bezeichnungen „Lager Buna“ bzw. „Lager Monowitz“ gebraucht. Die → SS verwendete die Bezeichnungen „Arbeitslager Buna“ und „Arbeitslager Monowitz“, ab November 1944 auch „KL Monowitz“.
bleiben etwa 850 kranke Häftlinge zurück.