Alte RampeAlte Rampe
Von Frühjahr 1942 bis Mai 1944 kamen die Sonderzüge der Deutschen Reichsbahn mit Juden aus ganz Europa am Güterbahnhof von Auschwitz an. Die verschleppten Juden wurden unmittelbar neben dem Bahngleis selektiert. Dieser Selektionsort wird „Alte Rampe“ oder „Judenrampe“ genannt.

AppellAppell
Die Häftlinge mussten auf Befehl der → SS morgens und abends in geordneten Reihen, meist blockweise, antreten und wurden gezählt. In den Lagern und Lagerabschnitten gab es einen Appellplatz, auf dem die KZ-Insassen sich aufstellen mussten. Oft terrorisierte die SS die Häftlinge durch langes Appellstehen. Geschwächte und kranke Häftlinge brachen während des Appells zusammen, manche starben noch auf dem Appellplatz.

ArbeitskommandoArbeitskommando
Eine Häftlingsgruppe, die von der → SS zu einer bestimmten Tätigkeit eingesetzt wurde, nannte man „Arbeitskommando“. Seitens der SS war ein „Kommandoführer“ für den Arbeitseinsatz der Häftlinge verantwortlich. Von der SS eingesetzte → Kapos, bei großen Arbeitskommandos Oberkapos, hatten Aufsichtsfunktionen auszuüben. Nicht wenige Kapos erwiesen sich als willige Handlanger der SS und drangsalierten die Häftlinge.

AufnahmeAufnahme
Die gesamte Prozedur der Einweisung und Registrierung eines Häftlings in das Lager wurde „Aufnahme“ genannt. In der → Politischen Abteilung gab es ein Referat Aufnahme, in dem die Häftlingsakten geführt wurden.

Auschwitz IAuschwitz I
Im November 1943 wurde der Lagerkomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das → Stammlager, das seit Mai 1940 existierende, erhielt die Bezeichnung Auschwitz I.

Auschwitz IIAuschwitz II
Im November 1943 wurde der Lagekomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das ab Oktober 1941 erbaute, seit März 1942 mit Häftlingen belegte Lager → Birkenau erhielt die Bezeichnung Auschwitz II.

Auschwitz IIIAuschwitz III
Im November 1943 wurde der Lagekomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das Lager Buna/Monowitz, seit Oktober 1942 neben dem Werksgelände der IG Farbenindustrie AG in Betrieb und die Auschwitzer Nebenlager erhielten die Bezeichnung Auschwitz III.

BirkenauBirkenau
Seit Oktober 1941 wurde das von der SS als „Kriegsgefangenenlager“ bezeichnete Lager Birkenau erbaut, das bis in das Jahr 1944 kontinuierlich erweitert wurde. Im Lager Birkenau wurden auch seit Mitte 1942 vier Krematorien mit Gaskammern errichtet, die die Orte der Menschenvernichtung waren.

Block 11Block 11
Im → Stammlager (→ Auschwitz I) wurde im Kellergeschoss von → Block 11 ein Lagergefängnis mit insgesamt 27 Zellen und vier sogenannten Stehzellen eingerichtet. Die Stehzellen hatten eine Fläche von 90 auf 90 cm. Durch eine kleine Tür am Fußboden mussten die Gefangenen in die Zellen kriechen. Im → „Stehbunker“ hat die → SS Häftlinge verhungern lassen.

BlockältesteBlockälteste
Ein Häftling, der von der → SS als Aufsicht über die Insassen eines Blocks eingesetzt wurde, nannte man „Blockältester“. Diese Funktionshäftlinge, sofern sie sich als Handlanger der SS missbrauchen ließen, waren Herren über Leben und Tod der Häftlinge. Nicht wenige Blockälteste verhielten sich aber solidarisch mit den Kz-Insassen und dienten nicht als Werkzeug der SS.

BlockführerBlockführer
SS-Männer, denen befehlsgemäß Häftlingsblöcke unterstanden, wurden „Blockführer“ genannt. Die „Blockführer“ waren Herren über Leben und Tod der Insassen. Die → SS bediente sich sogenannter → Funktionshäftlinge, Block- und Stubenälteste, um in den Unterkünften der Häftlinge (Block, Baracke) „Ordnung“ im Sinne der Lagervorschriften der SS zu halten.

Buna

Bunker Nr. 1Bunker Nr. 1
„Bunker Nr. 1“ oder „Rotes Haus“ wurde ein umgebautes Bauernhaus genannt, die erste Anfang/Frühjahr 1942 in Betrieb genommene Vernichtungsstätte in Birkenau. Die Vergasungsanlage bestand aus zwei Gaskammern mit einem Fassungsvermögen von 800 Opfern. Neben dem Haus wurden zwei Baracken errichtet, in denen sich die Opfer entkleiden mussten. Die Toten wurden in Massengräbern verscharrt.

Bunker Nr. 2Bunker Nr. 2
„Bunker Nr. 2“ oder „Weißes Haus“ wurde ein umgebautes Bauernhaus genannt, die zweite im Sommer 1942 in Betrieb genommene Vernichtungsstätte in Birkenau. Die Vergasungsanlage bestand aus vier Gaskammern mit einem Fassungsvermögen von 1200 Opfern. Neben dem Haus wurden drei Baracken errichtet, in denen sich die Opfer entkleiden mussten. Die Toten wurden in Massengräbern verscharrt.

DeportationDeportation
Ab Oktober 1941 deportierten Stellen der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) Juden aus dem Deutschen Reich „nach dem Osten“. Seit Frühjahr 1942 erfolgten Deportationen aus den von der Wehrmacht besetzten Ländern und aus Staaten, die mit den Nationalsozialisten zusammen arbeiteten (Slowakei, Italien, Kroatien, Ungarn). In der Sprache der Täter hießen die Deportationen in den Tod „Evakuierung“ oder „Aussiedlung“ von Juden „nach dem Osten“.

EffektenEffekten
Das geraubte Hab und Gut der verschleppten Juden und der KZ-Häftlinge wurde „Effekten“ genannt. In „Effektenkammern“ und „Effektenlagern“ lagerte die SS das Eigentum der ermordeten Juden, ließ es von Häftlings-Arbeitskommandos sortieren und verpacken und verteilte es an die deutsche Bevölkerung

EffektenlagerEffektenlager
In Birkenau im Lagerabschnitt BIIg gab es 30 Baracken, in denen das geraubte Hab und Gut der nach Auschwitz deportierten Juden gelagert und sortiert wurde. In der Sprache des Lagers hieß das Effektenlager „Kanada“.

EichmannEichmann
Adolf Eichmann (1906–1962) war im → Reichssicherheitshauptamt (RSHA) Leiter des sogenannten Judenreferats und organisierte zusammen mit den lokalen Gestapostellen die Transporte mit Juden aus ganz Europa in die → Vernichtungslager.

EvakuierungEvakuierung
Mit der Bezeichnung „Evakuierung“ wird die Auflösung der Lager benannt. Die Lagerinsassen mussten in von der → SS streng bewachten Kolonnen aus den Lagern marchschieren. Der Elendszug der Häftlinge wird → „Todesmärsche“ genannt, weil Tausende auf dem Weg in ein anderes Lager oder zu Verladestationen (Bahnhöfen) umkamen.

FrauenkonzentrationslagerFrauenkonzentrationslager
Von März bis August 1942 gab es in den Blöcken 1 bis 10 des → Stammlagers ein Frauenkonzentrationslager, das bis Sommer 1942 dem Konzentrationslager Ravensbrück (nördlich von Berlin) unterstellt war. Im August 1942 wurden die weiblichen Häftlinge in den Lagerabschnitt BIa in Birkenau verlegt. BIa und ab Juli 1943 auch BIb bildeten das Frauenkonzentrationslager in Birkenau. Weibliche Häftlinge gab es auch in den Lagerabschnitten BIIb (→ Theresienstädter Familienlager) und BIIe (→ Zigeunerlager) sowie seit Sommer 1944 auch in BIIc (Durchgangslager für Jüdinnen aus Ungarn) und in BIII (→ „Mexiko“). Im Herbst 1944 wurden in Blöcken, die in der Nähe des Stammlagers (die sogenannte Lagererweiterung) erbaut worden waren, Häftlingsfrauen untergebracht.

FunktionshäftlingFunktionshäftling
Häftlinge, denen die SS bestimmte Aufgaben in der sogenannten Häftlingsselbstverwaltung zugewiesen hat, wurden „Funktionshäftlinge“ genannt.

GaskammerGaskammer
Die Räume, in denen in Auschwitz Menschen mit dem Giftgas → Zyklon B ermordet worden sind, die Gaskammern, wurden von der → SS in den Bauplänen meist „Leichenkeller“ genannt. Gaskammern gab es im Lagerkomplex Auschwitz an insgesamt sieben Stellen: Im → Krematorium I, in den umgebauten Bauernhäusern in Birkenau (→ Bunker Nr. 1 und → Bunker Nr. 2) und in den → Krematorien II bis V. Die Gaskammern hatten gasdichte Türen mit einem Guckloch, Vorrichtungen zum Einschütten von → Zyklon B (Einwurfluken) und teilweise auch Ventilationssysteme, um die Luft absaugen zu können.

Geheime StaatspolizeiGeheime Staatspolizei
Zur Bekämpfung der von den Nationalsozialisten als politische Gegner betrachteten Personen wurde 1933 die Geheime Staatspolizei (Gestapo) gegründet. Die Gestapo war eine politische Polizei. An Recht und Gesetz nicht gebunden konnte die Gestapo die sogenannte Schutzhaft verhängen und Menschen in die Konzentrationslager einweisen.

GenickschussGenickschuss
Bei Erschießungen an der → Schwarzen Wand wurden den Opfern von der → SS in den Hinterkopf geschossen. Die → SS verwendete meist ein Kleinkalibergewehr.

GestapoGestapo
→ <Geheime Staatspolizei>

HäftlingsarztHäftlingsarzt
Die → SS setzte Häftlinge, die Mediziner von Beruf waren, als Häftlingsärzte und -pfleger in den Häftlingskrankenbauten ein. Die → SS-Ärzte behandelten Häftlinge nicht. Allein die Häftlingsärzte und -pfleger versuchten mit den wenigen vorhandenen Mitteln, den Kranken zu helfen.

HäftlingskrankenbauHäftlingskrankenbau
In den Konzentrationslagern wurden Blöcke bzw. Baracken eingerichtet, in denen kranke Häftlinge medizinisch versorgt werden sollten. → SS-Lagerärzte und → SS-Sanitätsdienstgrade waren die Vorgesetzten von → Häftlingsärzten und -pflegern, die sich mit den wenigen zur Verfügung stehenden medizinischen Mitteln um die erkrankten Häftlinge kümmerten. Der Aufenthalt im → Krankenbau war für die Lagerinsassen mit einem hohen Risiko verbunden. Wurden die Kranken innerhalb kurzer Zeit nicht wieder „arbeitsfähig“ und konnten ins Lager entlassen werden, fielen sie Selektionen zum Opfer. Die → SS-Ärzte, assistiert von den Sanitätsdienstgraden, wählten die Kranken aus und schickten sie in den Tod: Sie wurden vergast oder mit → Phenolinjektionen getötet.

HäftlingspflegerHäftlingspfleger
Die → SS setzte Häftlinge, die über medizinische Kenntnisse verfügten, als Häftlingspfleger ein. Die → Häftlingsärzte zusammen mit den Häftlingspflegern versuchten mit den wenigen vorhandenen Mitteln, den Kranken zu helfen.

KrankenbauKrankenbau
→ <Häftlingskrankenbau>

HäftlingsnummerHäftlingsnummer
Die → SS gab jedem ins Lager verbrachten Häftling eine Lagernummer.
Folgende Nummernserien gab es in Auschwitz:
Männer:
Nummernserie 1 – 202.499 (Vergabezeitraum: Mai 1940 bis Januar 1945); Nummernserie A-1 – A-20.000 (Vergabezeitraum: Mai bis August 1944); Nummernserie B-1 – B-14.897 ((Vergabezeitraum: Juli bis Dezember 1944)
Frauen:
Nummernserie 1 – 89.325 (Vergabezeitraum: März 1942 bis November 1944); Nummernserie A-1 – A-29.354 (Vergabezeitraum: Mai bis November 1944)
Sinti/Roma („Zigeuner“):
Männer: Z-1 – 10.097
Frauen: Z-1 – 10.849
Sowjetische Kriegsgefangene:
RKG-1 – 11.957

HKBHKB
→ Häftlingskrankenbau

IG FarbenIG Farben
Das Unternehmen „Interessengemeinschaft Farbenindustrie AG“ erbaute seit April 1941 östlich der Stadt Auschwitz gelegen ein Werk für die Produktion von Kunstkautschuk (→ Buna) und von synthetischem Treibstoff. Der Konzern und die von ihm beauftragten Firmen beschäftigten Tausende von Zivil- und Ostarbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen. Seit Ende Oktober 1942 gab es unmittelbar neben dem Werksgelände ein firmeneigenes Konzentrationslager, das von der → SS verwaltet wurde. Im Lager Buna/Monowitz waren Ende 1944 über 10.000 Häftlinge untergebracht, die für die IG Farben Zwangsarbeit leisten mussten.

KapoKapo
Häftlinge, die auf Befehl der → SS andere Häftlinge zu beaufsichtigen hatten, wurden Kapo genannten. Ein Kapo befehligte zum Beispiel ein → Arbeitskommando und war in dieser Funktion auch Herr über Leben und Tod der Häftlinge.

KrematoriumKrematorium
Die → SS ließ in den Konzentrationslagern durch Privatfirmen Krematorien bauen, um verstorbene und getötete Lagerinsassen beseitigen zu können. In Auschwitz wurde Anfang August 1940 das erste Krematorium fertiggestellt. Es handelte sich um einen Ofen mit zwei Brennkammern. Im Februar 1941 und im Mai 1942 kamen zwei weitere Öfen hinzu. In den seit Mitte 1942 in Birkenau erbauten Krematorien gab es in den Krematorien II und III jeweils fünf Öfen mit je drei Brennkammer, in den Krematorien IV und V jeweils einen Ofen mit je acht Brennkammern.

KonzentrationslagerKonzentrationslager
Die → SS richtete unmittelbar nach der sogenannten Machtergreifung (Ende Januar 1933) Konzentrationslager für Menschen ein, die das Regime als politische Gegner betrachtete und deshalb verfolgte.
Die Hauptkonzentrationslager waren: Dachau (1933–1945), Sachsenhausen (1936–1945), Buchenwald (1937–1945), Flossenbürg (1938–1945), Mauthausen (1938–1945), Neuengamme (1940–1945), Ravensbrück (1939–1945).
In den besetzten Gebieten: Stutthof (bei Danzig) (1939–1945), Auschwitz (1940–1945), Groß-Rosen (bei Breslau) (1940–1945), Natzweiler-Struthof (Elsass) (1940–1945), Plaszow (bei Krakau) (1941–1945), Majdanek (bei Lublin (1941–1944).

KLKL
→ Konzentrationslager

KZKZ
→ Konzentrationslager

LagerältesterLagerältester
Die → SS führte durch eine Hierarchisierung der Häftlingsgesellschaft eine sogenannte Häftlingsselbstverwaltung ein. Selbstverständlich verwalteten sich die Lagerinsassen nicht selbst. Die von der SS mit bestimmten Funktionen betrauten Häftlinge, die sogenannten → Funktionshäftlinge, sollten der SS als Werkzeug und Handlanger dienen. Viele Funktionshäftlinge ließen sich im Sinne der SS und zum Nachteil der Lagerinsassen missbrauchen. Andere aber widersetzten sich der erzwungenen Kollaboration und versuchten, den Mithäftlingen zu helfen. Der oberste Funktionshäftling eines Lagers wurde „Lagerältester“ genannt. Er war der SS gegenüber verantwortlich.

LagergestapoLagergestapo
Die Organisationsstruktur der → Konzentrationslager war einheitlich. Die Verwaltung eines Konzentrationslagers war meist nach sechs Abteilungen gegliedert: Abteilung I: Kommandantur, Abteilung II. Politische Abteilung (Lagergestapo), Abteilung III: Schutzhaftlagerführung, Abteilung IV: Verwaltung, Abteilung V: Standortarzt, Abteilung VI: Fürsorge, Schulung, Truppenbetreuung.
Die Abt. II (Politische Abteilung) wurde auch „Lagergestapo“ genannt. Die Politische Abteilung verwaltete u.a. die Häftlingskarteien und die Personalunterlagen der Lagerinsassen, war für die Überwachung und somit für die „Sicherheit“ im Lager zuständig. Die Angehörigen der Politischen Abteilung bespitzelten die Häftlinge und versuchten, durch Terror (Erschießungen) jede Widerstandshandlung der Häftlinge zu unterbinden.

LiquidationLiquidation
Die Bezeichnung „Liquidation“ wird unterschiedlich in der Lagersprache und in der Literatur verwendet. „Liquidation“ von bestimmten Lagerabschnitten, zum Beispiel des → Theresienstädter Familienlagers oder des → Zigeunerlagers bedeutet: Auflösung des Lagerabschnitts, Ermordung der Häftlinge. „Liquidation“ bedeutet aber auch: Ermordung einzelner Häftlinge.

MännerlagerMännerlager
Die Lagerabschnitte BIb und BIId werden in der Literatur speziell „Männerlager“ genannt, obgleich in anderen Teilen des Lagers auch männliche Häftlinge untergebracht waren.

MexikoMexiko
In der Sprache der Häftlinge hieß der Lagerteil BIII, der seit Mitte 1944 erbaut und nicht fertiggestellt wurde, „Mexiko“. In dem Lagerabschnitt waren Frauen, meist Jüdinnen aus Ungarn, untergebracht.

MonowitzMonowitz
Auf dem Boden des polnischen Dorfes Monowice wurde 1942 von dem Unternehmen IG Farbenindustrie AG ein Barackenlager (Lager IV: Dorfrand) errichtet. In dem Lager wurden ab Ende Oktober 1942 KZ-Häftlinge untergebracht. Für das firmeneigene Lager werden die Bezeichnungen „Lager Buna“ bzw. „Lager Monowitz“ gebraucht. Die → SS verwendete die Bezeichnungen „Arbeitslager Buna“ und „Arbeitslager Monowitz“, ab November 1944 auch „KL Monowitz“.

MuselmannMuselmann
In der Lagersprache wurden Häftlinge, die vollkommen abgemagert, ausgezehrt, entkräftet und krank waren, „Muselmann“ genannt. „Muselmänner“ fielen meist → Selektionen zum Opfer und wurden anschließend vergast oder durch → Phenolinjektionen getötet. Auch waren sie das von der → SS oder ihren Handlagern (kollaborierende Funktionshäftlinge) bevorzugte Objekt von Misshandlungen, die oft zu ihrem Tod führten.

MützewerfenMützewerfen
Alle KZ-Häftlinge mussten Mützen tragen. Wollte ein SS-Mann, der ein → Arbeitskommando bewachte, einen Häftling willkürlich und eigenmächtig töten, warf er die Mütze des Häftlings über eine Linie, die in den Augen der → SS den bewachten Bereich begrenzte. Überschritt der Häftling, um seine Mütze zu holen, auf Befehl die Bewachungslinie, wurde er von den SS-Posten „auf der Flucht“ erschossen. Meist wurden die SS-Männer für ihre angebliche Verhinderung einer Flucht noch belobigt und mit Urlaubstagen und Sonderrationen belohnt.

Neue RampeNeue Rampe
1944 baute die → SS mitten in das Vernichtungslager einen dreiteiligen Gleisanschluss. Zwischen zwei Gleisen befand sich ein Bahnsteig, eine Plattform, von rund 10 Meter Breite. Der Gleisanschluss zusammen mit der Plattform wurde „Neue Rampe“ genannt. Auf dem Bahnsteig wurden die mit Sonderzügen der Deutschen Reichsbahn nach Auschwitz verschleppten Juden meist von →SS-Ärzten selektiert.

PflegerPfleger
Die → SS setzte in den → Häftlingskrankenbauten Häftlinge, die meistens von Beruf Mediziner waren, als Häftlingspfleger ein.

PhenolPhenol
Phenol (Karbolsäure) ist ein Mittel, das ursprünglich zu Desinfektionszwecken gebraucht wurde. Die SS experimentierte bereits seit Mitte 1941 mit Mitteln, mit denen Häftlinge getötet werden konnten. Phenol, direkt ins Herz der Opfer gespritzt, erwies sich als sehr effektives Tötungsmittel.

PostenkettePostenkette
Der gesamte Lagerbereich von Auschwitz war von Wachposten (Angehörige der Wachkompanien) umgeben. Die Bewachungsringe wurden „Postenkette“ genannt. Die sogenannte Kleine Postenkette war die Bewachung rund um den elektrisch geladenen Lagerzaun. Unmittelbar am Lagerzaun standen Wachtürme, die von Posten mit Maschinengewehren besetzt waren. Die sogenannte Große Postenkette war ein sehr weiträumig gezogener Ring von Wachposten um das → Stammlager und um → Birkenau.

ProbevergasungProbevergasung
Die Anfang September 1941 in → Block 11 des → Stammlagers durchgeführte Vergasung von sowjetischen Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen wird in der Auschwitz-Literatur „Probevergasung“ genannt. Zu diesem Zeitpunkt war die → SS auf der Suche nach einem effektiven Mittel zur massenhaften Tötung von Menschen. Das Schädlingsbekämpfungsmittel → Zyklon B erwies sich bei den „Probevergasungen“ als wirksames Mittel und wurde fortan in Auschwitz zur Vergasung von Menschen verwendet.

QuarantänelagerQuarantänelager
In den Konzentrationslagern war es eine von der → SS häufig geübte Praxis, neu ins Lager gekommene Häftlinge, sogenannte Zugänge, für Tage und Wochen in „Quarantäne“ zu halten, sie von den übrigen Häftlingen zu isolieren. Bereits krank ins Lager eingelieferte Menschen sollten auf diese Weise ausgesondert, das heißt, vernichtet werden; ebenso geschwächte, wenig widerstandsfähige Häftlinge, die in den Augen der → SS zur Sklavenarbeit nicht tauglich waren. Die „Quarantäne“ wurde in bestimmten Blöcken oder Baracken eingerichtet. Seit August 1943 gab es im Vernichtungslager → Birkenau im Lagerabschnitt BIIa ein „Quarantänelager“ für männliche Häftlinge, das bis Oktober 1944 existierte.

RampeRampe
Der Ort entlang von Bahngleisen, an dem die nach Auschwitz verschleppten Juden selektiert wurden, wird „Rampe“ genannt. In Auschwitz gab es für die Transporte des → Reichssicherheitshauptamts (RSHA) mit Juden aus ganz Europa zwei Selektionsrampen: die → „Alte Rampe“ und die → „Neue Rampe“.

RapportführerRapportführer
Für das sogenannte Schutzhaftlager (das umzäunte und bewachte Lager mit den Häftlingsbaracken) war der Schutzhaftlagerführer verantwortlich. Ihm unterstand ein SS-Unterführer ( → SS-Rang), der in der Funktion eines Rapportführers für den zahlenmäßigen Lagerstand, die „Lagerstärke“, zuständig war.

ReichssicherheitshauptamtReichssicherheitshauptamt
1939 wurde das SS-Reichssicherheitshauptamt (RSHA) gegründet. Seine Leiter waren Reinhard Heydrich (1904–1942) und Ernst Kaltenbrunner (1903–1946). Unter dem Dach des RSHA wurden die Sicherheitspolizei (Geheime Staatspolizei und Kriminalpolizei) und Sicherheitsdienst (SD) adminstrativ zusammengefasst. Das RSHA plante und organisierte den Mord an den europäischen Juden.

Rotes HausRotes Haus
→ Bunker Nr. 1

RSHARSHA
→ Reichssicherheitshauptamt

SaunaSauna
Im Vernichtungslager Birkenau wurde Dezember 1943 ein großes Gebäude in Betrieb genommen, in dem sich unter anderem Duschräume und Vorrichtungen zur Desinfektion von Kleidung befanden. Die neu ins Lager eingelieferten Häftlinge, die sogenannten → Zugänge, wurden nach der Selektion in die „Sauna“ geführt. Dort mussten sie sich entkleiden, wurden geschoren, geduscht, desinfiziert, tätowiert und erhielten Häftlingskleidung.

SchutzhaftSchutzhaft
Die „Schutzhaft“ war eine sicherheitspolizeiliche Repressivmaßnahme des NS-Regimes. Durch Unrechtsgesetze scheinlegalisiert nahm die Gestapo Menschen fest, die ihr verdächtig erschienen. Gefährdete ein Staatsbürger angeblich „Bestand und Sicherheit des deutschen Volkes und des deutschen Staates“ konnte die Gestapo ihn verhaften und in ein Konzentrationslager verbringen lassen.

Schutzstaffel (SS)Schutzstaffel (SS)
Mitte der 1920er Jahre wurde zum Schutz von NSDAP-Führern eine Sicherungstruppe aufgestellt, die Schutzstaffel (SS) genannt wurde. Die Leitung der NSDAP-Organisation übernahm 1929 Heinrich Himmler, der sich Reichsführer SS nannte. Die Verfolgungs- und Vernichtungspolitik des NS-Regimes wurde vorwiegend von der SS durchgeführt. Dem 1939 gegründeten Reichssicherheitshauptamt der SS wurde von der deutschen Staatsführung die Organisation und Durchführung der Ermordung der europäischen Juden übertragen.

Schwarze WandSchwarze Wand
In → Auschwitz I (→ Stammlager) wurden Häftlinge seit November 1941 an einer Mauer, die zwischen den Blöcken 10 und 11 gezogen und mit einem Kugelfang versehen worden war, mit einem Kleinkalibergewehr durch → Genickschuss ermordet. In der Lagersprache hieß die Exekutionsstelle „Schwarze Wand“ oder „Todeswand“.

Schwarzer WinkelSchwarzer Winkel
Von den Nationalsozialisten als „asozial“ stigmatisierte Menschen wurden verfolgt und zu Tausenden in Konzentrationslager verschleppt. In den Lagern wurden die Häftlinge mit einem → „Schwarzen Winkel“ als besondere Häftlingskategorie gekennzeichnet.

SDGSDG
? Sanitätsdienstgrad

SelektionSelektion
Die Auswahl oder Aussonderung von Häftlingen und von nach Auschwitz verschleppten Juden auf der → Rampe wurde „Selektion“ genannt. Selektion innerhalb des Lagers konnte für die Häftlinge zweierlei bedeuten: Verbleib im Lager bzw. Überstellung in ein anderes Lager oder Ermordung: Tod in der Gaskammer, Tötung mit Injektionen, Erschießung. Für nach Auschwitz verschleppte Juden hieß Selektion auf der Ankunftsrampe: Verbringung ins Lager zur Sklavenarbeit oder sofortige Ermordung in den Gaskammern.

SonderkommandoSonderkommando
Die Häftlinge, die die Leichen ermordeter Menschen aus den Gaskammern zu den Verbrennungsöfen oder -gruben bringen und die Opfer verbrennen mussten, gehörten einem besonderen → Arbeitskommando an, das „Sonderkommando“ genannt wurde. Die Angehörigen des Sonderkommandos waren überwiegend Juden und wurden in einem abgesonderten Block in Birkenau und auf den Dachböden von Krematorien untergebracht. Die → SS betrachtete die Häftlinge des Sonderkommandos als „Geheimnisträger“, deren Leben auf Grund ihres Wissens um die Verbrechen verwirkt war. Deshalb ermordete die SS die Mitglieder des Sonderkommandos in unregelmäßigen Zeitabständen.

SportSport
→ SS und auch → Funktionshäftlinge (Lager-, Blockälteste, Kapos, etc.) quälten Häftlinge, in dem sie mit ihnen „Sport“ trieben. „Sport“ bedeutete körperliche Folter für die Lagerinsassen, oft der Tod durch Entkräftung und Erschöpfung.

SS-ApothekeSS-Apotheke
In der Abteilung, die für die medizinische Versorgung des SS-Personals und der Lagerhäftlinge zuständig war, in der Abteilung V: SS-Standortarzt, gab es eine Apotheke, in der Medikamente und medizinisches Gerät verwaltet wurden. Die SS-Apotheke in Auschwitz hatte die Besonderheit, dass dort auch die Mittel lagerten, mit denen Menschen ermordet wurden. Es handelte sich um → Phenol und um → Zyklon B. Der Leiter der SS-Apotheke im Sommer 1944, der Angeklagte Dr. Victor Capesius, hat nach einer Dienstbesprechung, die der Vorgesetzte des medizinischen SS-Personals, SS-Standortarzt Dr. Eduard Wirths im Mai 1944 durchgeführt hat, auch „Dienst“ auf der Rampe verrichtet. „Rampendienst“ hieß: Durchführung der → Selektionen.

SS-ArztSS-Arzt
Im → SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (WVHA) in Oranienburg (nahe Berlin), das nach fünf Amtsgruppen gegliedert war, gab es in der Amtsgruppe D: Konzentrationslager das Amt D III: Sanitätswesen und Lagerhygiene. Dem von SS-Standartenführer Dr. Enno Lolling geleiteten Amt unterstanden die „medizinischen Abteilungen“ der Konzentrationslager. Die in den KZs tätigen → SS-Ärzte wurden zur Betreuung des SS-Personals (SS-Truppenärzte) und zur (vorgeblichen) Betreuung der Konzentrationslagerhäftlinge (SS-Lagerärzte) eingesetzt. Um die Gesundheitsversorgung der Häftlinge und die Hygiene in den Konzentrationslagern kümmerten sich die SS-Ärzte meist nicht. Beteiligt waren sie an der Vernichtung der Häftlinge (Selektionen) und an Menschenversuchen (Experimenten).

SS-SanitätsdienstgradSS-Sanitätsdienstgrad
SS-Angehörige, die in der Abteilung SS-Standortarzt (medizinische Abteilung) in der Funktion von Krankenpflegern tätig waren, wurden Sanitätsdienstgrad (Abkürzung: SDG) genannt. In den → Häftlingskrankenbauten waren SS-Lagerärzte die Vorgesetzten der Sanitätsdienstgrade. Den „Krankenstand“, die Belegung des Krankenbaus mit Häftlingen, bestimmten die SS-Lagerärzte und die Sanitätsdienstgrade. War der Krankenbau nach Auffassung der → SS überfüllt, war die Aufenthaltsdauer eines kranken Häftlings im Krankenbau von meist zwei Wochen überschritten, wurde der Kranke ins Lager als „arbeitsfähig“ entlassen oder fiel einer Selektion für die Gaskammer zum Opfer.

SS-RangSS-Rang
Die SS war ein enger, streng hierarchisch gegliederter Verband mit Diensträngen analog zu den Rängen der Wehrmacht.
Charakteristisch für die Organisationsstruktur der SS war das Prinzip der doppelten Unterstellung. Das bedeutete, dass ein untergeordneter Rang zwei (oder mehr) übergeordneten Instanzen unterstellt war. Beispielhaft für dieses Prinzip ist das Unterstellungsverhältnis der Kommandantur-Angehörigen in den Konzentrationslagern. Diese waren in der Regel disziplinarisch dem KZ-Kommandanten unterstellt, empfingen ihre „fachlichen“ Weisungen jedoch von der funktionsmäßig übergeordneten Abteilung in der Inspektion der Konzentrationslager.

SS-RevierSS-Revier
Das Krankenhaus, in dem SS-Personal medizinisch behandelt wurde, hieß SS-Revier. Es war unmittelbar neben der Umzäunung des Stammlagers (Auschwitz I) in einem großen Steingebäude untergebracht. 1944 erbaute die Lageradministration unweit des Vernichtungslagers Birkenau ein SS-Lazarett. Ende Dezember 1944 wurde das Lazarett bei einem alliierten Luftangriff auf der Werke der → IG Farbenindustrie AG beschädigt.

SS-Wirtschafts-VerwaltungshauptamtSS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt
Das 1942 aus mehreren Verwaltungseinrichtungen der SS gebildete Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (SS-WVHA) war unter anderem für die Konzentrationslager zuständig.

SS-ZahnarztSS-Zahnarzt
Im Krankenhaus für das SS-Personal gab es auch eine Station für die zahnärztliche Versorgung der → SS. Die SS-Zahnärzte hatten im Zusammenhang mit der Menschenvernichtung in Auschwitz noch eine besondere Funktion. Sie waren dafür zuständig, dass die den Ermordeten ausgerissenen Goldzähne und die Goldkronen eingeschmolzen und das Gold an das → SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt in Oranienburg geschickt wurde. Das WVHA leitete sodann das Gold an die Reichsbank weiter.

StammlagerStammlager
→ Auschwitz I

StehbunkerStehbunker
Im „Gefängnis“ in → Auschwitz I (Stammlager), in → Block 11, gab es im Kellergeschoss neben gewöhnlichen Zellen für mehrere Gefangene sogenannte Stehbunker. In den Zellen von einer Fläche von 90 auf 90 Zentimeter und einer kleinen Luke für die Luftzufuhr wurden Häftlinge, manchmal vier je Stehzelle, strafweise eingesperrt und manchmal dem Hungertod preisgegeben.

StrafkompanieStrafkompanie
Das Häftlingskommando, das schwerste Arbeit unter mörderischen Bedingungen zu leisten hatte und in das Häftlinge zur Strafe versetzt wurden, nannte die → SS „Strafkompanie“. Die Überlebenschancen in der Strafkompanie waren gering. Die Häftlinge waren den Schikanen und den Terror der → SS und der → Funktionshäftlinge vollkommen ausgeliefert.

TätowierungTätowierung
In Auschwitz wurden seit 1942 zunächst alle jüdischen Häftlinge tätowiert. In der Regel wurde dem Häftling die Nummer, die er bei der „Aufnahme“ in das Lager erhielt, in den linken Unterarm tätowiert. Seit Anfang 1943 wurden auch Häftlinge, die anderen Häftlingskategorien angehörten, durch die eintätowierte Häftlingsnummer gekennzeichnet. Von der Tätowierung ausgenommen waren reichs- und volksdeutsche Häftlinge sowie sogenannte Erziehungs- und Polizeihäftlinge.

Theresienstädter FamilienlagerTheresienstädter Familienlager
Aus dem Lager Theresienstadt in der Nähe von Prag – die Nationalsozialisten nannten das Lager „Altersghetto“ – wurden im September 1943 in zwei Transporten rund 5000 Juden nach Auschwitz verschleppt. Es handelte sich um Männer, Frauen und Kinder. Im Unterschied zu der ansonsten praktizierten Trennung von männlichen und weiblichen Häftlingen, wurden die Menschen aus Theresienstadt gemeinsam in einem Lagerabschnitt untergebracht. Das Lager (BIIb) wurde „Theresienstädter Familienlager“ genannt. Die → SS hatte das Lager zu Irreführung und Täuschung der Weltöffentlichkeit eingerichtet. Die Insassen des Familienlagers sollten genau sechs Monate in dem Lager verbleiben, Briefe an Angehörige senden, den Eindruck erwecken, sie seien in einem guten Arbeitslager untergebracht. Nach genau sechs Monaten wurde das Lager „liquidiert“, das heißt, die Insassen wurden in den Gaskammern ermordet.

TodesmarschTodesmarsch
Als im Januar 1945 die Rote Armee sich Auschwitz näherte, beschloss die → SS, das Lager zu „evakuieren“, das heißt, die Häftlinge in streng bewachten Marschkolonnen nach Westen zu treiben. Bei eisiger Kälte, im Schnee, schlecht bekleidet und meist ohne Proviant marschierten die Häftlinge kilometerweit über die Landstraßen. Die Strapazen, die Kälte verursachten, dass viele Häftlinge vor Erschöpfung zusammenbrachen und von der → SS erschossen wurden. Tausende kamen auf diese Weise ums Leben.

ÜberstellungÜberstellung
Wenn Häftlinge von einem Lager in ein anderes kamen, sprach die → SS von „Überstellung“ oder → „Verlegung“. Wurde ein Häftling „verlegt“, bedeutete dies, dass er meist am Leben blieb; wurde er „überstellt“, bedeutete dies meist seinen Tod.

VerlegungVerlegung
→ Überstellung

Weißes HausWeißes Haus
→ Bunker Nr. 2

WinkelWinkel
Die → SS kennzeichnete die Häftlinge mit sogenannten Winkeln, ordnete sie bestimmten Häftlingskategorien zu. Die Häftlinge trugen den Winkel samt ihrer Nummer auf ihrem gestreiften Häftlingsanzug.
Nach folgenden „Kategorien“ wurden die Häftlinge in den Konzentrationslagern gekennzeichnet:
Politische Häftlinge – roter Winkel
„Bibelforscher“, Zeugen Jehovas – violetter Winkel
„Asoziale“ –schwarzer Winkel
„Berufsverbrecher“ – grüner Winkel
„Homosexuelle“ – rosa Winkel
Waren die Häftlinge Juden, wurde ein gelber Winkel über einem Winkel angebracht.

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→ SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt

ZigeunerlagerZigeunerlager
Sinti und Roma wurden von den Nationalsozialisten als „Zigeuner“ verfolgt. Auf Befehl von Heinrich Himmler, Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei, vom Dezember 1942 wurden ab März 1943 alle im deutschen Herrschaftsgebiet lebenden „Zigeuner“ in Konzentrationslager verschleppt. Nach Auschwitz wurden mehr als 20.000 „Zigeuner“ deportiert und in einem Familienlager, „Zigeunerlager“ (BIIe) genannt, untergebracht. Im August 1944, Tausende Sinti und Roma waren bereits im Lager umgekommen, löste die → SS das „Zigeunerlager“ auf. Einige tausend Sinti und Roma wurden zur Zwangsarbeit in Lagern im Innern des Deutschen Reiches verschleppt, rund 3.000 „Zigeuner“ wurden am 2. August 1944 in den Gaskammern ermordet.

ZugangZugang
Neu ins Lager verbrachte Häftlinge wurden in der Sprache der → SS und des Lagers „Zugang“ bzw. „Zugänge“ genannt. Erfasst wurden die nach Auschwitz verschleppten Häftlinge in sogenannten Zugangslisten.

Zyklon BZyklon B
Das „Zyklon B“ genannte Schädlingsbekämpfungsmittel (Hauptbestandteil: Cyanwasserstoff bzw. Blausäure) wurde Anfang der 1920er Jahre entwickelt und für die Firma Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch, 1919 gegründet) patentiert. Anteilseigner der Degesch waren in den 1940er Jahren folgende Firmen: Degussa, IG Farben und Th. Goldschmidt AG. In den Lagern wurde das Giftgas zur Entwesung von Räumen und zur Desinfektion von Kleidung gebraucht. Im Spätsommer 1941 experimentierte die → SS mit dem Giftgas, sie probierte aus, ob mit dem Gas auch Menschen getötet werden konnten. Die sogenannten Probevergasungen erwiesen sich als erfolgreich. Die SS hatte ein Mittel gefunden, Menschen massenweise in geschlossenen Räumen töten zu können.